LISA & SASCHA

Kalas Geburt: (1.Kind, Hausgeburt)
02.03.2016 Frühstück bei Stefanie, meiner Doula. Immer mal wieder eine „Übungs-“Wehe. Ungeduldiges Warten auf Kala. Sprinten auf der Lulaniweide. Komm, Kleinkala, komm! Warten .. Nix! Heute dann wohl nicht. Am frühen Abend fahre ich nach Hause. Weitere Wehen. Kein Rhythmus. Ein komisches Gefühl steigt in mir auf, wie die sogenannte Ruhe vor dem Sturm. Ist es Aufregung? Ich horche in mich hinein, frage Kala, ob sie kommen wird, spüre nach, hapte ... alles ruhig, sehr ruhig .. ok, Sascha und ich gehen schlafen! Noch nicht eingeschlafen, rollt eine Wehe an ... wow .. ok, alles gut, warten ... nix! Schlafen .. Ähm, doch nicht, Wehe! Und noch eine. Noch eine .. Wir haben einen Rhythmus, juhuuu! Aber wir warten noch, so richtig kann ich es noch nicht glauben, geht’s jetzt wirklich los?? Vorfreude, aber nur ein bisschen, kleines Tänzchen im Bett ... Wehe! Irgendwann sind wir dann bei einem soliden 5 Minutenrhythmus angelangt. Jetzt geht’s los! Wieviel Uhr war es – keine Ahnung! Jedenfalls rufe ich zuerst meine Herzensschwester und Doula an und es klingelt mitten in der Nacht .. einmal .. zweimal .. dreimal, Steffie geht ran: „bekommen wir ein Baby?“ trällert sie total aus dem Häuschen ins Telefon. ..hat sie überhaupt geschlafen?..

Dann rufe ich Ulla an, es ist mir total unangenehm, da ich sie wecken muss und ich noch einen Restzweifel in mir spüre. Hoffentlich ist es kein falscher Alarm! Kurze Zeit und immer intensiver werdende Wehen später sind Ulla und Steffie dann da. Es geht nun wirklich los, ich bin mir sicher! Puh, kein Fehlalarm. Meine Freude darüber ist unermesslich.

Totale Ernüchterung nachdem Ulla mich untersucht und folgende Worte aus ihrem Mund purzeln: „Du bist erst bei 1,5cm. Heute passiert hier gar nix mehr! Ich fahre jetzt erst nochmal nach Hause schlafen und komme morgen früh wieder.“ Ich höre die Worte, aber sie erreichen mich nicht, so entsetzt bin ich, Wehenstopp vor Schreck. Bevor Ulla fährt, massiert sie meinen Muttermund, denn manchmal braucht er einen kleinen Schubs, wie Ulla sagt .. Steffie schickt Sascha ins Bett und mich in die Badewanne. Während sie mich fröhlich filmt, treibt im Wohnzimmer Charlie Brown im Fernseher seinen Unfug. In der Badewanne ist es zwar schön warm, aber ich fühle mich plötzlich eingeengt und muss sofort raus! Das Handtuch umgeschwungen, zurück ins Wohnzimmer auf die Couch. Kurz vor der Couch zwingt mich eine Wehe wieder in die Knie. Von da an, gab es gefühlt keine Pause mehr. Jetzt wird getönt. Alle Mantras, Düftchen, Kerzen, Geburtsoutfit, Playlists und Dekokram vergessen. Zeit zum Herrichten eines Buffets ist auch keine mehr. Ich bin voll konzentriert und ganz bei mir, kann kaum mehr auf Fragen antworten. Stecke im Vierfüßlerstand fest und kann meine Position nicht mehr verändern Ich atme, ganz intuitiv, so wie Ulla und ich es geübt haben. (An dieser Stelle breche eine Lanze für Geburtsvorbereitungsyoga mit Ulla). Unterdessen massiert mich Steffie und findet einfühlsame Worte für mich, welche, kann ich leider nicht mehr sagen, aber der Klang ihrer Stimme schwingt heute noch sanft in meinem Ohr .. Die nächste Wehe entlockt mir einen Urton und erschreckt und beeindruckt mich gleichermaßen – „wow, ich bin eine Kriegerin!“ Woraufhin Steffie sofort diagnostiziert: „Das war eine Presswehe! Ich wecke Sascha!“ Sascha wählt Ullas Nummer und verlangt ihr Kommen umgehend ;-) Wenige Zeit später ist Ulla wieder da und staunt über meine unerwartet rasante Eröffnungsphase. Ich bin endlich bei 10cm und nun kann sich Kala auf ihren Weg machen, was sie auch tut. Eine Sekunde später befüllt Sascha den Geburtspool. Meine Gedanken überschlagen sich, ich höre mich tönen, aber die Stimme ist mir völlig fremd – tierisch – faszinierend! Nur wie soll ich bloß von der Couch in den Pool kommen. Ich stelle mich vor, wie ich dorthin krieche, mich an ihm mit letzter Kraft hochziehe und dann einfach hineinstürze – hoffentlich ertrinke ich nicht! Aber es kommt anders. Tatsächlich laufe ich aufrecht, gestützt, aber aufrecht, kaum zu glauben! Nur noch über den Rand steigen. Im warmen Wasser endlich Erleichterung. Hier kann ich mich vollends den letzten Wehen hingeben. Sascha ist nun ganz nah bei mir, hält mich, trägt mich, gibt mir Kraft und flüstert mir liebevolle Worte ins Ohr. Dann ist es plötzlich soweit.

Wir können Kalas Haare schon fühlen, nicht mehr lange, gleich ist sie da! Unter der nächsten Wehe habe ich das Gefühl zu zerreißen, Kalas Kopf ist nun zur Hälfte sichtbar. Doch dann passiert etwas, mit dem ich nicht gerechnet habe. Panisch wimmere ich: „Sie rutscht wieder zurück!!!“ Aber Ulla sagt, dass alles gut sei und dass das noch ein paar Mal passiert, bevor der Kopf komplett da ist. Nicht mit mir! Ich nutze die nächste Wehe und presse mit ungeahnten Kräften. Meinen Kopf habe ich auf meine Brust gelegt und ich presse und töne bis all meine Luft aus meinen Lungen entweicht ist ...

Und .. da ist sie.

Unsere Tochter, unser Kala, unser unendlich geliebtes kleines Mädchen. Es ist Donnerstag, der 03.03.2016, 7:13 Uhr. Die Vögel zwitschern ihr Morgenlied, unsere Nachbarn starten in den Tag und wir sind nun eine Familie.

Ulla, du bist ne Wucht und für mich die beste Hebamme! Danke für alles! Steffie, was hätten wir ohne Dich gemacht?! Auch ein Kind bekommen, aber lange nicht so beschützt! Danke!

Sascha, dir gehört mein Herz!

Noch zwei, drei Worte zu der Wahl unseres Geburtsorts:
Für mich kam ein Krankenhaus oder Geburtshaus nie in Frage, für Sascha schon. Doch nach vielen Gesprächen, Informationensammelei, Krankenhausbesichtigungen, Notfallplanerei, konnte sich auch Sascha eine Hausgeburt vorstellen. Viel mehr wollte er mich in meiner Entscheidung unterstützen und ließ sich ganz und gar auf die Idee ein. Aufkommende Ängste und Zweifel konnten wir immer wieder durch Gespräche mit Ulla beseitigen. Nun muss ich aber auch dazusagen, dass meine Schwangerschaft völlig unauffällig und wunderbar verlief. Kala entwickelte sich prächtig in meinem Bauch und brachte sich auch rechtzeitig in Schädelgeburtslage, so dass im Vorfeld einer Hausgeburt nichts im Wege stand und auch keine Schwierigkeiten oder gar Komplikationen zu erwarten waren. Sogar mein Gynäkologe befürwortete die Hausgeburt. Ich kann nicht sagen, wie unsere Entscheidung ansonsten ausgefallen wäre .. Ich weiß nur, dass ich davon überzeugt bin, dass jede Frau das Recht hat, selbst zu entscheiden, wo sie gebären möchte! Und ich möchte meine Kinder zu Hause gebären! Kala ist in ihrem Zimmer zur Welt gekommen, wie schön das ist, vermag ich kaum in Worte zu fassen! Ich konnte mich unter der Geburt völlig frei fühlen, Zuhausesein, ohne Hemmungen, mein Bad, mein Bett, meine Handtücher ... MEINE ENTSCHEIDUNG! Oder noch besser gesagt UNSERE Entscheidung, denn dass mein Mann zu 100% hinter mir und dieser Entscheidung steht, war für mich Voraussetzung. Im Nachhinein ist er sehr dankbar, dass auch er sich während der Geburt in seinen 4 Wänden aufhalten und somit Bewegungsfreiheit genießen konnte. Die magischen Stunden nach der Geburt zu Dritt in unserem Zuhause bleiben unvergesslich!

Lisa & Sascha

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CARMEN UND DAVID MIT EMIL

Die Schwangerschaft und Geburt meines Sohnes Emil

Hurra ich bin Schwanger.
Ein Wunsch, für den ich sogar meine Selbständigkeit aufgegeben habe, geht in Erfüllung. Uns war sofort klar, dass wir eine Hausgeburt möchten und unsere Frauenärztin empfahl uns die Hebammen Praxis Kugelrund. Meine Schwangerschaft lief leider im ersten Drittel nicht unproblematisch. Ich hatte starke Blutungen und wir mussten bangen. Aber wir haben es mit der positiven Unterstützung unserer Hebamme Katrin durchgestanden. Jetzt war es geschafft und ich freute mich auf eine schöne und ruhige Schwangerschaft.

Dies war auch so, bis ich zum Diabetes-Test ging. Die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes brachte meinen Wunsch nach einer Hausgeburt in Gefahr. Denn wenn man insulinpflichtig wird, muss man im Krankenhaus entbinden. Nach vielen Tränen und Gesprächen mit Katrin sagte ich dem Insulin den Kampf an.

Ich machte eine strenge Diät. Keinerlei Zucker und keine bis sehr wenig Kohlenhydrate. Es war ein harter Weg, aber ich habe es mit der liebevollen Unterstützung meines Partners David geschafft nicht insulinpflichtig zu werden. Auch mit dem Versprechen das ich direkt nach der Geburt ein Stück Kuchen und ein Mettbrötchen bekomme :-)
Es hatte auch etwas gutes. Ich habe nicht übermäßig zugenommen und kann nun sagen, dass ich sechs Kilo weniger wiege als vor der Schwangerschaft (an alle Frauen ;-)

Nun vier Wochen vor Geburt wusste ich also: Ich kann zu Hause bleiben, da die Kontrolle durch den Diabetologen abgeschlossen war. Anscheinend wollte es Emil jetzt auch wissen. Dienstags hatte ich nachts das erste Mal Senkwehen. Mittwochs war alles wieder ruhig und so konnten wir Donnerstags die Schwangerschaftsfotos machen auf die ich mich so freute. Abends waren wir schön Essen. Die Bedienung fragte mich ob sie schon Handtücher und Wasser holen sollte und ich sagte: „Ne dauert noch ein paar Wochen.“ Pustekuchen.

In dieser Nacht gingen die Wehen weiter nur heftiger. Katrin kam dann Freitag und untersuchte mich. Diagnose 1 bis 14 Tage. Die nächste Nacht blieb wieder schlaflos und ich dachte ich würde es nie im Leben überstehen eine natürliche Geburt zu vollziehen bei diesen Wehen.
Samstags verspürte ich den dringlichen Drang alles Restliche für die Hausgeburt zu besorgen. Ich telefonierte Samstag Abend mit Katrin und erzählte ihr von meinen Ängsten. Beruhigend sprach sie mit mir und meinte: „Naja vielleicht rufst du mich ja heute Nacht um 2.00 Uhr an.“ Es war zwar nicht 2:00 Uhr sondern 3:40 aber ich Piepte sie an. Als sie da war war mein Muttermund bereits auf vier-fünf cm und es wurde klar sie bleibt und bald ist unser Baby da.
Auf wunderliche Weise konnte ich die Wehen viel besser veratmen und ich fasste wieder vertrauen in mich. Auch David unterstützte mich wo er nur konnte. Früh morgens rief ich dann meine beste Freundin als Doula dazu. Es war alles friedlich nur meine „blöde“ Fruchtblase wollte nicht platzen. Ich wurde schwächer und schwächer da ich bereits die dritte Nacht durchgemacht hatte.
Wir beschlossen mir eine halbe Stunde Ruhe zu lassen um dann zu schauen was wir machen können. Meine Wehen wurden schwächer und ich verlor die Zuversicht das meine Fruchtblase irgendwie platzt. Somit half Katrin nach und öffnete diese. Nach der Öffnung und der zweiten Wehe konnten alle hören: Jetzt geht’s los!!! Mein Körper machte einfach, und ich weiß bis heute nicht woher diese Kraft noch kam, denn es dauerte noch weitere zwei Stunden. Und dann schwuppsdiewupps war der kleine Kerl geboren. Zwar etwas zu früh aber mit allem was ein kleiner Mensch braucht. An dieser stelle möchte ich mich herzlichst für die Unterstützung bei David, Katrin, meiner besten Freundin Jo und Alex die als zweite Hebamme dazu kam, bedanken.
Ihr habt Emil und mich großartig unterstützt und empfangen. Sogar das Mettbrötchen und den Kuchen bekam ich, und das an einem Sonntag ;-)

Schön das du da bist kleiner Emil!

STEFFI, SERGIO & MATTEO MAURO

Nachdem wir Katrin zu Beginn der Schwangerschaft kennen lernten, kamen wir zum ersten Mal mit dem Thema Hausgeburt (HG) in Kontakt. Die Vorstellung in direkter Nähe zum türkischen Nachbarn ein Kind zu gebären, war für uns zunächst gewöhnungsbedürftig. Doch wir lernten Katrin besser kennen und wurden ausführlich über die Vorzüge einer HG informiert. Und da auch die Schwangerschaft unkompliziert verlief, stand einer HG dann auch nichts mehr im Wege. Wir empfanden es als großen Zugewinn, die Geburt unseres ersten Kindes selbstbestimmt und individuell nach unseren Bedürfnissen zu planen und wurden nach und nach zu kleinen Experten in Sachen HG. Dies war auch insofern besonders wichtig, wenn mal wieder besorgte und kritische Fragen von Familienangehörigen oder auch meinem Frauenarzt an uns gestellt wurden. Dank Hypnobirthing, Schwangerschaftsyoga und Akupunktur ging ich mit meinem Mann angstfrei, aufgeklärt und zuversichtlich in die Geburt hinein.

Diese ließ nicht lange auf sich warten und begann recht unvermittelt mit Blutungen und leichten Unterleibsschmerzen am Morgen nach dem Aufstehen, zwölf Tage vor dem ET. Da ich bisher keine Senkwehen oder ähnliche „Geburtsvorzeichen“ erlebt hatte, waren wir sofort in Alarmbereitschaft und beobachteten den Zustand im Verlaufe des Vormittags genau. Die Unterleibsschmerzen wurden intensiver und zogen schließlich zum Rücken hin. Das waren dann schon leichte Wehen. Als es zwölf Uhr mittags war, entschied ich mich dazu meine Hebamme über den aktuellen Stand zu informieren. Wobei ich mir zu diesem Zeitpunkt noch ganz sicher war, das würde hier noch ne ganze Weile dauern und Katrin kriege ich nicht so schnell zu Gesicht. Unsere Geburtsbegleiterin war also telefonisch informiert und direkt im Anschluss des Gesprächs platzte meine Fruchtblase. Jetzt war es klar und wir wussten: bald halten wir unseren kleinen Sohnemann in den Armen! Ein besonderer Moment.

Als hätte es Katrin geahnt, rief sie uns zurück um uns entgegen meiner Aussage zu Hause zu besuchen. Eine intuitiv absolut richtige Entscheidung, wie sich eineinhalb Stunden später heraus stellte. Ich hatte mittlerweile bereits regelmäßige intensive Wehen, die ich stehend in der Badewanne mit meinem Mann zusammen veratmete. Die Intensität und Regelmäßigkeit der Wehen überraschte mich und ich wusste nicht so recht wohin mit mir. Wie weit die Geburt zu diesem Zeitpunkt bereits fortgeschritten war, ahnten wir nicht. Circa vierzig Minuten nach Blasensprung erschien unsere Hebamme bei uns zu Hause. Unsere Begrüßung fand auf allen Vieren im Flur statt – auch eine Erinnerung, die mich schmunzeln lässt. Katrin`s Anwesenheit hatte sofort eine beruhigende Wirkung auf mich, was eventuell den Geburtsverlauf weiter in Gang brachte. Denn plötzlich hang ich auf Katrin`s kräftigen Hebammenschultern und gab einen überhasteten Presslaut von mir – ich hatte meine erste Presswehe. Mein Mann wurde derzeit instruiert im Wohnzimmer eine Geburtsstelle einzurichten, in der das Kind dann auch zur Welt kommen konnte. Katrin musste meinen Mann zur Eile anhalten, wenn „das Kind nicht im Flur zur Welt kommen sollte“. Ich schaffte es schließlich noch ins Wohnzimmer und konnte nun auch „schieben“ um dem Kleinen auf die Welt zu verhelfen. Unsere Hebamme hatte gerade noch einmal Zeit, um die Herztöne vom Baby zu checken und wenige Augenblicke später lag der kleine Matteo zwischen meinen Beinen. Kerngesund und wohl auf.

Der schönste Moment in unserem Leben. Wir sind sehr froh und dankbar, auf eine unkomplizierte und schnelle Geburt zurück blicken zu können. Es sind in unserem Falle einfach viele positive Faktoren zusammen gekommen. Ein enorm wichtiger Aspekt für eine gut funktionierende Geburt, ist unserer Meinung nach, ein vertrauensvolles und persönliches Verhältnis zu einer kompetenten und einfühlsamen Hebamme. Die Zusammenarbeit mit Katrin gab uns das nötige Quäntchen Selbstbewusstsein und Sicherheit, in den eigenen Körper und die Natur zu vertrauen. Wir würden diesen Weg unter den gleichen Umständen genau nochmal so gehen und nichts anders machen!

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KATRIN & CHRISTIAN

Hausgeburt?!
Katrin, die meine Hebamme werden sollte, sagte mir beim ersten Kennenlernen gleich, dass sie im nächsten Jahr nur Hausgeburten begleiten wird.

Eine Geburt außerhalb des Krankenhauses, zum Beispiel im Geburtshaus oder –raum, meinetwegen auch gerne in der Hebammenpraxis, konnte ich mir gut vorstellen – aber in den eigenen vier Wänden?! Eher nicht. Nachher würde es ganz furchtbar werden und immer, wenn ich dann auf dem Sofa sitze, werde ich daran erinnert, wie ich damals... Und dann die Geschichten von Leuten über Leute, die mal eine Hausgeburt hatten und Monate später immer noch Blutflecken wegwischen mussten. Christian hingegen konnte sich vor allem nicht vorstellen, wie es wohl sein würde, wenn die Hebammen nach der Geburt das Haus verlassen und wie es dann wohl so ist, wenn man ganz plötzlich ohne fremde Hilfe zu Dritt ist.

Doch im Laufe der Schwangerschaft, von Treffen zu Treffen mit Katrin, Geschichten von Geburten und dem Besichtigen von Krankenhäusern, wurde der Wunsch von Katrin auch während der Geburt begleitet zu werden immer größer und damit auch eine Hausgeburt immer vorstellbarer.

„Wir entscheiden das spontan“, war in der Zwischenzeit immer die Antwort auf die Frage nach dem Geburtsort – mit Katrin war eine Wehenbegleitung für zu Hause vereinbart, die beide Optionen offen ließ: den Weg ins Krankenhaus oder tatsächlich die Geburt daheim. Innerlich hatte ich mich zu diesem Zeitpunkt jedoch glaube ich bereits für die Hausgeburt entschieden, da ich mit Krankenhäuser immer irgendwelche Komplikationen oder die Einleitung der Geburt verband. Umso mehr, als sich unsere Tochter ganz schön viel Zeit ließ, das Licht der Welt zu erblicken.

Doch dann hatte sie es auf einmal ganz furchtbar eilig und die Frage, ob nun ins Krankenhaus oder nicht stellte sich letztlich nicht wirklich. Zum Glück, denn die Hausgeburt mit Katrin und Ulla war das Beste, was uns passieren konnte. Wie auch schon zuvor vermittelten die beiden mir auch an diesem Abend, solche Zuversicht, Kraft, Sicherheit und Geborgenheit, die mir half das Kind zur Welt zu bringen. Es war toll zuhause zu sein und fühlte sich ganz selbstverständlich und richtig an.

Nach der Geburt stießen wir alle zusammen auf die Geburt unserer Tochter an. Und entgegen aller Befürchtungen fühlten wir uns als neues Dreier-Team auch nachdem Katrin und Ulla weg waren sicher und pudelwohl.

HASMIK UND ANDREAS

Wir vier - das sind Hasmik, Andreas und die beiden Kinder Anna (geb. 28.08.2000) und Tristan (geb. 28.05.2002) - haben uns sehr darüber gefreut, die Gelegenheit zu einem Erfahrungsbericht zum Thema Hausgeburt wahrnehmen zu können.

Wie ist es zur Hausgeburt von Tristan gekommen?

Eigentlich ganz unspektakulär. Bei unserer älteren Tochter Anna war von vorneherein klar, dass die Geburt in einem Krankenhaus stattfinden würde. Warum? Weil wir zwar am Rande von Alternativen gehört hatten, aber das Bedürfnis nach optimaler medizinischer Versorgung und Sicherheit den ernsthaften Gedanken an solche Alternativen unterdrückt haben.

Die Geburt von Anna war dann auch erwartungsgemäß so, wie wir uns eine Geburt im Krankenhaus vorgestellt hatten. Das überwältigende Erlebnis der Ankunft eines kleinen Wesens, das unsere Tochter ist, und dann eben die notwendige Umgebung in einem Krankenhaus, die "man notgedrungen in Kauf nehmen muss".

Als der Geburtstermin unseres zweiten Kindes Tristan näher rückte, mussten wir uns aus einem eher praktischen Grund verstärkt Gedanken über die Geburt machen. Wir sind und waren nämlich alleinerziehende Eltern. Wer sollte sich während der Geburt um Anna kümmern? Schließlich wollte ich als Vater natürlich auch die Geburt von Tristan erleben. Was nun? In einem Geburtshaus hätten wir Anna mitnehmen können, aber die vielen Bedingungen, die uns dort aufgezeigt wurden, z. B. ausschließliche Betreuung durch die Gynäkologin des Geburtshauses, kamen für uns nicht in Betracht.

Hasmik hatte die rettende Idee: Wie wäre es mit einer Hausgeburt? Über das Hebammennetz wurde uns Ulla vermittelt und wir waren gleich von ihrer souveränen und unkomplizierten Art überzeugt. Die Gewissheit, im Notfall in die Klinik zu fahren, ließ keine Angst mehr aufkommen. In der Nacht zum 28.05.2002 war es dann soweit. Hasmik bekam heftige Wehen und bat mich darum, Ulla anzurufen. Nach kurzer Zeit war sie da - viel schneller, als wenn wir ins Krankenhaus gefahren wären -, und es "ging richtig los".

Andreas: Für mich als Vater ein tolles Erlebnis, denn diesmal war ich richtig beteiligt. Ulla sagte mir genau, was ich tun sollte. Deshalb hatte ich das Gefühl, einen aktiven Beitrag zur Geburt leisten zu können. Bei der Geburt von Anna kam ich mir eher vor wie ein im Weg stehendes Möbelstück. Die Geburt selbst verlief völlig komplikationslos. Durch die ruhige Art von Ulla hatte ich zu keinem Zeitpunkt auch nur den kleinsten Anflug von Angst.

Hasmik: Als die Wehen ziemlich schnell heftiger wurden, war ich heilfroh, nicht ins Krankenhaus fahren zu müssen, sondern mich einfach dort aufzuhalten, wo ich mich wohl fühlte. Wir hatten uns einen Raum im Haus als "Geburtszimmer" hergerichtet und ihn vorher entsprechend hergerichtet: Stimmungsvolles Licht, viel Liegefläche und viel Ruhe. Allein die Herrichtung des Zimmers hat so viel Spaß gemacht und dieser Raum weckt für mich immer die sentimentale Erinnerung, dass hier mein Sohn zur Welt kam. Die Geburt selbst habe ich - ganz im Gegenteil zum Krankenhaus - völlig angstfrei empfunden. Ich wusste ja, dass Ulla sich ausschließlich um mich kümmert. Sie gab mir Hilfestellung, wenn es nötig war, z. B. wie ich atmen sollte, Massagen usw. Ansonsten habe ich keinerlei Hektik um mich herum bemerkt, nur die Hände von Andreas und die ruhige Stimme von Ulla. Eine vollkommen intime Atmosphäre, in der ich mich auch völlig entspannen konnte. Nach nur 4 Stunden steckte Tristan sein Köpfchen heraus. Die damit verbundenen „Laachen von Fruchtwasser und die Blut”, so hatte ich befürchtet, habe ich gar nicht bemerkt, weil es sofort zusammengepackt wurde und ver-schwand. Ich musste mich nur auf die sauberen Laken schieben und mich mit meinem Baby auf dem Bauch beschäftigen.

Ein tolles Erlebnis im Zusammenhang mit der Geburt von Tristan war das erste gemeinsame Frühstück zu viert. Um 8:30 Uhr kam Tristan auf die Welt und um 9:20 Uhr wachte Anna auf und war sehr überrascht, als wir bereits am Frühstückstisch sitzend, Ihren kleinen Bruder präsentierten.

Für uns war die Hausgeburt ein phantastisches Erlebnis und wir würden es auf jeden Fall wieder so machen.

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ILONA UND ULRICH

Hier also unser Erlebensbericht.

Vorweg schicken wir unsere "Rollenbesetzung"

In den Hauptrollen:
Benjamin, heute 11 Monate alt
Ilona (Mutter)
Ulrich (Vater)
Miriam (heute acht Jahre alt)

Eine Hausgeburt zogen wir für die Geburt unseres zweiten Kindes - Benjamin - in nähere Erwägung, da Ilona sich als Miriams Geburt anstand, fragte, "Was soll ich jetzt im Krankenhaus? Ich bin doch nicht krank!"

Als die Wehen damals losgingen, kam es ihr absurd und überflüssig vor, für den Geburtsvorgang in ein Krankenhaus zu müssen, aber leider hatten wir keine Hebamme, die eine Hausgeburt durchgeführt hätte.

Dies sollte sich bei der zweiten Geburt ändern, sie wollte sich die Möglichkeit, zu Hause zu entbinden offen halten und wurde durch das Hebammen-Netzwerk an Ulla verwiesen.
Die letztliche Entscheidung, ob Hausgeburt oder nicht, wollte sie treffen, wenn es so weit wäre. Sie hatte von einer Freundin und deren Hebamme gehört, dass Frauen unmittelbar vor der Geburt ein gutes Gefühl dafür haben, ob eine Hausgeburt angesagt ist oder nicht. Ulrich stand einer Hausgeburt anfangs eher skeptisch gegenüber. „Ist das sicher genug? Was ist wenn etwas schief geht?” waren seine Befürchtungen. Von Ulla wurden wir dann zu einem Info-Abend eingeladen, an dem Paare von ihren Hausgeburts-Erfahrungen berichteten, Gelegenheit bestand, Fragen zu stellen und detaillierte Informationen über den Ablauf einer Hausgeburt zu erhalten. Besonders beeindruckt war Ilona davon, dass dort einige Frauen berichteten, sie haben sich nach einer sehr negativen Krankenhaus-Geburt bei der nächsten Geburt für eine Hausgeburt entschieden. Logisch erschien ihr das nicht. Woher ahmen die Frauen die Sicherheit, dass es zu Hause besser laufen würde. Außerdem wurde ihr an diesem Abend noch einmal klar, wie viel Glück sie bei der ersten Krankenhaus-Geburt gehabt hatte und was alles schief laufen konnte.

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JUDITH UND MORITZ

Eine Hausgeburt ist immer eine individuelle Entscheidung. Auf Grund des Vertrauens zur Hebamme in privaten Räumlichkeiten, die nicht an "Ärztezimmer" erinnerten, konnte ein eigenes Gefühl und Empfinden auf den eigenen Körper und das ungeborene Baby entstehen.

Dies habe ich als große Stärke empfunden, ich wollte auf meine eigene Stimme hören und mich nicht von Geräten, der Fahrt ins Krankenhaus und evtl. wechselnde Personen ablenken lassen.

Unsere 4 Hausgeburten haben wir alle intensiv, unterschiedlich und vor allem als ein sehr natürliches Ereignis empfunden.

Judith& Moritz

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STEFFI UND MIKKEL

Erfahrungsbericht Hausgeburt: Unsere erste Tochter kam im Geburtshaus Nippes zur Welt. Es war ein sehr schönes Erlebnis. Als ich zum zweiten mal schwanger war, stand für uns schnell der Wunsch nach einer Hausgeburt fest. Wir glauben, dass die Geburt eines Kindes ein natürlicher Vorgang ist, der normalerweise nicht in einem Krankenhaus stattfinden muss. Eine Atmosphäre in der man sich wohlfühlt, sich fallen lassen kann und eine Hebamme, der man vertraut, sind unserer Meinung nach die wichtigsten Voraussetzungen für ein positives Geburtserlebnis.

Und so wurde unsere zweite Tochter nach nur vier Stunden, bei Kerzenlicht in unserem Bett geboren. Es war für und alle ein wunderschönes Erlebnis, das wir nie vergessen werden. Nun bin ich wieder schwanger und wir hoffen auch dieses Mal eine Hausgeburt erleben zu dürfen.

Steffi und Mikkel

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DENISE UND ACHIM

Mein Geburtsbericht - oder das Wunder wie die kleine Paula auf die Welt kam.

Die Geburt, Paulas Geburt - gar nicht so einfach zu beschreiben oder die passenden Worte zu finden, die das ausdrücken können was ich tatsächlich erlebt habe in diesen ungefähr 7Stunden. Neun Monate lang konnte ich mich ja schließlich auf die Geburt vorbereiten, da würde man doch denken, dass ein Bericht über 7 Stunden Geburt einem ganz einfach von der Hand geht. Tatsache ist jedoch, dass keine Zeit der Welt einen auf diesen einzigartigen Moment vorbereiten kann. "Für was geh ich denn dann zu einem Vorbereitungskurs, warum lese ich in den verschiedensten Bücher, wenn ich am Ende dann doch ins kalte Wasser geworfen werde und womöglich ganz allein dastehe und überfordert bin?", fragt sich jetzt vielleicht die ein oder andere. Aber das mein ich damit gar nicht. All diese Dinge, die ich im Vorfeld gemacht, gelesen, gehört oder gesehen habe, haben mir geholfen mit einem guten Gefühl an die Geburt zu denken und keine Angst davor zu haben. Aber als es dann auf einmal soweit war, da waren alle Gedanken die ich mir im Vorfeld gemacht habe einfach weg, nur noch das Gefühl war da. Das Gefühl im Rücken welches mich die gesamte Zeit begleitet hat. Und so ging es dann schließlich los:

Mein Mann Achim und ich, saßen gemütlich auf dem Sofa und haben etwas fern gesehen. Ich spürte so ein leichtes Ziehen im Rücken, dachte da aber noch ich hätte mich vielleicht verlegen oder säße in einer ungemütlichen Position. Als dieser leichte Schmerz im Rücken immer mal wieder kam und ging, begannen wir zu ahnen, dass es sich um Wehen handeln könnte und beschlossen am nächsten Morgen unsere Hebamme anzurufen, um mit ihr zu besprechen wie es denn jetzt weitergehen soll. Wir gingen schließlich zu Bett und während ich in der nächsten Stunde vergebens versuchte eine geeignete Schlafposition zu finden, übernahm Achim die Aufgabe heraus zu finden wie oft, wie stark und in welchen Abständen die Wehen auftreten. Nach meiner Empfindung kamen diese Wehen in so kurzen Abständen, dass ich schon fast keine Zeit mehr hatte um Luft zu holen. Tatsächlich gab es aber immer noch kleine Pausen zwischen den Wehen, besagt zumindest der Zettel auf dem Achim alles im Zeitraum zwischen 22:30 und 23:30 notiert hat.
Die zweite Etappe begann, als wir beschlossen Ulla, unsere Hebamme, anzurufen. Diese Aufgabe übernahm Achim wieder, da ich damit beschäftigt war einen Kreis in unseren Wohnzimmerteppich zu brennen. Ich konnte nur noch links oder rechts herum auf unserem Teppich Kreise ziehen, die lediglich davon unterbrochen wurden, dass ich mir fast atemanhaltend abwechselnd meinen Bauch und meinen Rücken hielt. Noch eine halbe Stunde verging und Ulla stand vor unserer Tür - meine Rettung, denn jetzt fühlte ich mich sicher, da ich wusste ich habe jemanden an meiner Seite der weiß was bei mir los ist, was gerade mit mir passiert, und der solange bei mir bleibt bis alles vorbei ist. Mein Mann war natürlich auch die ganze Zeit bei mir und eine ungeheuer große Stütze ohne den ich dieses Ereignis bestimmt nicht so gut gemeistert hätte. Aber es ist dennoch etwas anderes jemanden an seiner Seite zu wissen der sich einfach auskennt. Zu diesem Zeitpunkt war mein Muttermund bereits 4cm geöffnet. "Großartig! Das ist wirklich super!" hörte ich Ulla nur sagen. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich damit allerdings nur sehr wenig anfangen. Mir sauste direkt die Frage durch den Kopf "und, wie lange dauert es jetzt noch?"

Ich denke wir alle, Achim, Ulla, Anna (eine Hebammenschülerin) und ich verbrachten noch ungefähr eine Stunde und 30 Minuten bei uns, als wir uns dann schließlich auf Drängen von Achim auf den Weg ins Geburtshaus des Vinzenz Palotti Hospital nach Bensberg machten. Ich muss ganz ehrlich zugeben, den Weg von uns zu Hause bis ins Geburtshaus haben ich nur noch in eine Art Trance Zustand mitbekommen, da meine Wehen mich bereits voll und ganz eingenommen hatten.
Wir waren kaum im Geburtshaus angekommen, es war mittlerweile ca. zwei Uhr, da saß ich auch schon in der Geburtswanne und Achim direkt daneben. Er übernahm als fürsorglicher Ehemann die durchaus auch mühsame Aufgabe mir den Rücken zu massieren und, da die Wehen in so kurzen Abständen kamen das ich Mühe hatte das Ende der einen und den Beginn der nächsten zu erkennen, kam auch Achim aus dem Massieren kaum noch raus. Er schaffte es dennoch zwischendurch irgendwie eine Banane zu essen, die er, wie er mir später berichtete, dringend brauchte, da ihm kurzzeitig etwas übel geworden sei.

Bei mir lief alles super, mein Muttermund öffnete sich immer weiter, gegen drei Uhr war er bereits bei 7- 8cm und so verging nur noch eine knappe Stunde und ich durfte anfangen in den Wehen mitzupressen. Das war eine Wohltat, denn endlich konnte auch ich etwas machen. Vorher gab es ja nur die Wehen auf die ich wartete, die ich dann kommen spürte, aushielt und froh war wenn wieder eine überstanden war. Aber jetzt war der Zeitpunkt gekommen der mich Wehe für Wehe, Stück für Stück der Geburt meiner Tochter näher brachte. Dem Augenblick näher brachte, dem ich in den vergangenen neun Monaten, vor allem aber in den letzten Wochen der Schwangerschaft, entgegen fieberte. Ich hatte in der Zwischenzeit die Geburtswanne verlassen und auf einem Gebärhocker platz genommen. Achim hielt, weiterhin sehr tapfer und unterstützend, nun seine Arme um mich und ich hielt und drückte seine Hände von Wehe zu Wehe mit mehr Kraft. Und dann war es soweit! Jeden Moment würde ich meine Tochter zum aller ersten Mal sehen, hören und spüren können. Ich würde sie in den Armen halten können. Aber auch wenn es bis zu diesem Moment nur noch 55 Minuten dauern sollte, mir kamen diese letzten Minuten wie eine Ewigkeit vor. Der Kopf kam sehr langsam, nach meinem Gefühl nur millimeterweise, hervor. Ulla und Anna konnten ihn bereits sehen, ich durfte ihn erfühlen! Ein Kopf kommt zur Welt!

Mit letzter Kraft presste ich weiter und dann um 4:52 war er geboren - der Kopf war da! Eine oder zwei Wehen (ich kann mich nicht mehr erinnern) und zwei Minuten später war dann auch die kleine Paula da! Ein winziges Wesen, das aus Leibeskräften schrie, lag nun vor mir. Unglaublich, dieses kleine Mädchen war neun Monate lang in meinem Bauch zu hause gewesen und nun war sie geboren, ein winziger Mensch in dieser riesigen Welt. Ich nahm sie in meine Arme und hielt sie ganz fest. Das war der bisher eindrucksvollste, unfassbarste und wunderbarste Moment in meinem Leben. Die Geburt unsere Tochter! "Als du geboren wurdest, hörte die Erde für einen kurzen Moment auf sich zu drehen, der Mond hielt den Atem an und ein neuer Stern erschien am Himmel."

Zu diesem Zeitpunkt waren erst mal alle Schmerzen und Empfindungen der Geburt wie weggeblasen, nur noch das unbeschreibliche Gefühl für diesen kleinen Menschen war da - Mutterglück vielleicht - ich finde kein passenderes Wort.

Heute, fünf Wochen nach der Geburt, hat sich an diesem Gefühl und der Erinnerung an die Geburt nicht viel geändert. Ich weiß, das ich Schmerzen hatte, das ich mir in so manchen Momenten gewünscht hätte alles möge jetzt sofort aufhören, aber dieser kurze Augenblick, als ich zum aller ersten Mal meine kleine Tochter in den Armen hielt, lässt so manches vergessen und als lohneswert erscheinen. Wenn mich meine Tochter heute mit ihren großen Augen anschaut, mich bereits ab und zu anlächelt und in meinen Armen einschläft, dann weiß ich, worauf ich mich die neun Monate Schwangerschaft und diese sieben Stunden Geburt gefreut habe!
Denn "Es gibt nichts ergreifenderes im Leben, als einem kleinen Menschen das erste mal die Hand zu reichen und zu spüren, dass wir seine Wurzeln im Baum des Lebens sind, die ihm Halt und Geborgenheit geben."

Ich wünsche allen werdenden Müttern und Vätern ein ebenso gutes Geburtserlebnis wie ich es, dank der großartigen Unterstützung meiner Hebamme, der wohltuenden Atmosphäre des Geburtshauses und dem Halt meines Mannes, hatte.

Denise& Achim

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MELANIE UND ERIK

(Haus-) Geburt. Ein gewaltiges Naturereignis
von Melanie B.

Es war Freitag. Ich war schon eine Woche über dem errechneten Geburtstermin, als wir spontan entschieden zur Familienaufstellung nach Frankfurt zu fahren. (Wir wohnen in Köln.) Irgendwie war klar, dass unser Kind erst kommen wird, wenn wir bzw. ich etwas bei der Familienaufstellung geklärt hatte. So war es dann auch. Sonntagmorgens um ca. 10.00 Uhr hatte ich meine Aufstellung und die Geburt begann unmittelbar. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich das aber noch nicht, weil ich dachte, dass dieses Ziehen, welches in sehr großen Abständen kam, vom vielen Sitzen sei.
Als Erik und ich abends nach Hause kamen, hatte ich schon mehr und mehr den Eindruck, dass die Wehen begonnen hatten. Also machte ich gegen 21.00 Uhr den Badewannentest. Und siehe da...die Wehen blieben. "Dann schlafe ich wohl besser noch etwas.", dachte ich so bei mir. Doch daraus wurde nichts mehr. Das Ziehen war zwar nicht sehr stark, aber zu stark, um noch schlafen zu können. Also standen Erik und ich gegen 23.00 Uhr wieder auf und trafen letzte Vorbereitungen für die geplante Hausgeburt mit unserer Hebamme Ulla Cremer. Dabei fegten wir wie aufgescheuchte Hühner durch die Wohnung. Naja...Ist ja auch unser erstes Kind. Erik meint, ich sei wir ein aufgescheuchtes Huhn rumgerannt, aber ich bleibe bei "wir. Eine Gegendarstellung folgt evtl. noch:o)

Ich kann nicht mehr genau sagen, ab wann ich wieder in der Badewanne saß, Erik neben mir auf einem Stuhl. Jedenfalls hatte ich ab ca. 02.00 Uhr (Montagmorgen Wehen im Abstand von ca. 3 Minuten, die ich gut wegatmen konnte. Wir fühlten uns beide recht sicher und gut, sodass wir Ulla erst um ungefähr 05.00 Uhr anriefen, damit sie zu uns kommt. Als sie da war und mich untersuchte, hatte ich das Gefühl schon ganz gut gearbeitet zu haben. Doch der Muttermund war "nur" zwei cm geöffnet.

Irgendwann wollte ich aus der Wanne raus. Ich musste mich mal bewegen. Laut Geburtsbericht war ich um 7.45 Uhr am Seil, das wir extra aufgehängt hatten, zugange. Aber das Stehen war nicht so das Richtige, also legte ich mich ins Bett. Während der ganzen Zeit halfen mir Erik und Ulla sehr viel. Ihr Mitatmen war ganz wichtig für mich. So konnte ich auch gut mit meiner Atmung fortfahren.

Wenn ich vorher die Hausgeburt vor meinem inneren Auge gesehen hatte, war es draußen dunkel. Irgendwann dachte ich bei mir: "Na, das wird wohl eher nichts mit dem `draußen-dunkel`. Da habe ich mich wohl vertan."

Mittags saß ich dann wieder in der Wanne (laut Geburtsbericht 13.15 Uhr). Zu diesem Zeitpunkt war ich schon sehr erschöpft und demotiviert, denn es ging nur sehr langsam vorwärts. Um 14.15 Uhr war der Muttermund dann 5 cm geöffnet. Lange habe ich es nicht in der Wanne ausgehalten und mich wieder ins Bett gelegt. Erik brauchte auch mal eine Pause und ging für eine Stunde schlafen.

Dann kam plötzlich Bewegung rein: 16.00 Uhr 6 cm. 17.30 Uhr 8 cm. Mittlerweile saß ich auf einem Medizinball, Erik hinter mir auf einem Stuhl. Ich konnte mich anlehnen und zusammen atmeten wir uns durch jede Wehe. Irgendwie passierte nun alles eher wie im Fluss. Die Wehen kamen und gingen und in den Pausen ruhte ich mich einfach nur aus. Ich bin Ulla sehr dankbar, dass sie mir die Stellung auf dem Ball vorgeschlagen und gezeigt hat, denn im Liegen war es kaum auszuhalten.

Um 19.50 Uhr war der Muttermund dann vollständig geöffnet. Ich setzte mich auf den Hocker, gestützt von Eriks Beinen und durfte erste Pressversuche machen.

Um 20.55 Uhr gebar ich unser Kind. Dass in der Zwischenzeit eine Stunde vergangen war, habe ich nicht bemerkt. Für mich fühlte es sich eher an wie 10 Minuten. Zwischendurch motivierte mich Ulla mit dem Finger mal den Kopf zu fühlen. Das war toll! Als Ulla dann sagte: "Noch zwei Wehen. Dann hast Du Dein Kind.", konnte ich es kaum glauben. Alles ging ganz schnell. Erst fühlte ich wie das Köpfchen austrat und gleich darauf der Körper. Da lag unser Kind vor uns und ich konnte gar nicht anders, als es gleich in meine Arme zu schließen. Wie gebannt bewunderte ich unser Kind. Nichts zählte mehr. Nur noch dieses Wunder in meinen Armen. Erik saß noch hinter mir und staunte mit. Dann fragte er was es eigentlich sei, ein Junge oder ein Mädchen? Wir wussten es nicht und schauten nach. Ein Mädchen. Unsere kleine Yara-Helene war endlich da! Als die Nabenschnur auspulsiert war, durfte Erik sie durchschneiden.

Die ganze Zeit machte die Hebamme Andrea Fleißgarten, die um ca. 20.00 Uhr hinzugekommen war, Fotos. Davon bekamen wir fast gar nichts mit, weil wir so verzaubert waren. Aber wir sind Andrea sehr dankbar dafür! Es sind einzigartige, wundervolle Bilder, die uns immer wieder zu Tränen rühren.

Ach ja. Bevor ich es vergesse: Als unsere Tochter geboren wurde....war es draußen dunkel.

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MICHI

Gelassenheit und Ruhe - eine schöne (Risiko-)Schwangerschaft

Mit 40 schwanger, Zustand nach Kaiserschnitt, mehrere Fehlgeburten, Rhesus-Unverträglichkeit, Nierenfehlentwickung beim Fötus und dann auch noch eine akute Zytomegalie-Infektion des Ehemannes - für meinen Gynäkologen war ich zunehmend ein medizinischer Problemfall.

Wir hatten uns immer eine große Familie gewünscht, doch das zweite Kind ließ lange auf sich warten. Nun war ich endlich wieder schwanger und darüber sehr glücklich, wurde aber von Arztbesuch zu Arztbesuch unruhiger aufgrund der Reaktionen meines Gynäkologen. Fröhlich ging ich zu den Untersuchungsterminen, besorgt und verschreckt kehrte ich heim. Ich war besorgt und konnte die langersehnte - und eigentlich sehr schöne - Schwangerschaft gar nicht mehr genießen.

Eine Freundin riet mir, zu Ulla Cremer in die Hebammenpraxis Kugelrund zu gehen. Schon das erste Gespräch mit Ulla gab mir meine Gelassenheit und Zuversicht zurück. Hier standen nicht mehr all die medizinisch-technischen Probleme im Vordergrund, sondern ich als schwangere Frau mit meinen Bedürfnissen und vielleicht auch Sorgen. Anstelle von weiterer Verunsicherung gab Ulla mir wieder Mut und "Normalität" zurück, so dass ich den Rest der Schwangerschaft sehr genießen konnte.

Nach dem Kaiserschnitt beim ersten Kind wünschte ich mir nun sehr eine spontane Geburt. Der Gynäkologe war erneut skeptisch, ob "es vernünftig wäre, ein so großes Kind spontan zu bekommen". Ich selbst war zuversichtlich, dass dies für uns alle das Beste wäre und gut gelingen würde - und wurde auch hier von Ulla bestärkt.

Gegen Ende der Schwangerschaft vertraute ich auf meinen Bauch und ging schließlich zur Vorsorge zu meiner Hebamme Ulla anstatt zum Arzt. Oft dachte ich dabei an die (abfällig gemeinte) Bemerkung meines Gynäkologen: "Ein Arzt ist ein Arzt, und eine Hebamme ist eine Hebamme."

Er hat ja so Recht: Eine Hebamme ist eine Hebamme, zum Glück, und durch nichts zu ersetzen! Für mich ist seit dieser Erfahrung eine Hebamme die bessere Wahl für eine gute und einfühlsam betreute, auf mich individuell eingehende Vorsorge.

Die Geburt war für meinen Mann und mich ein sehr glückliches Erlebnis. Wir hatten eine wunderschöne spontane Geburt, bei der alle meine Wünsche in Erfüllung gingen: Keine PDA, frei gewählte Geburtsposition, kein Dammschnitt, Nabelschnur in Ruhe auspulsiert, gesundes kleines Kerlchen - es passte einfach alles.

Dank Dir, Ulla!

Michi

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DENISE UND ACHIM

Wir, das sind Achim, mein Mann, Paula, unsere ältere Tochter (geb.Sep. ´08), ich, Denise und seit dem 23.5.2010 unser kleiner Sonnenschein Luisa.

Vielleicht könnte man meinen, wenn man bereits ein Kind hat geht alles in der 2.Schwangerschaft ganz von allein. Könnte man meinen! Bei uns war diesmal jedoch alles anders. Achim war quasi seit Beginn der Schwangerschaft mit seinen Gedanken bei der Prüfung seiner Weiterbildung, ich hatte mit Paula alle Hände voll zu tun, also was war mit Luisa? - sie lief eigentlich erst mal nur nebenbei mit. Ab und an haben wir mit ihr gesprochen, sie gestreichelt oder eingecremt (naja, zumindest den Bauch), aber bei Weitem nicht so ausgiebig wie wir es bei Paula taten. Und dann war alles auf einmal ganz anders. Plötzlich drehten sich meine Gedanken ganz schön viel um Luisa. Wir haben nämlich erfahren, dass sie in Beckenendlage verweilt – sie wollte halt einfach mit dem Kopf oben bleiben. Und das bis zum Schluss! Kein gutes Zureden, kein Moxen und erst recht keine äußere Wendung konnten sie dazu bewegen, sich zu drehen.

Was macht man schließlich?

Ich hab einfach weitergehofft, gehofft auf eine spontane Geburt trotz Beckenendlage. Es haben mir auch alle immer gut zugeredet, meine Hebamme, meine Frauenärztin und selbst die Hebammen und Ärzte im Vinzenz-Pallotti-Hospital. Aber dennoch hab ich mich nebenher immer intensiver mit dem Thema Kaiserschnitt auseinandergesetzt. Eine riesen Erleichterung war es für mich, als Ulla, unsere Hebamme, mir zugesichert hat, sie kommt auch bei einem Kaiserschnitt mit zur Geburt und bleibt bei uns. Die Geburt von Paula lief so gut, wir waren im Geburtshaus vom VP-Hospital, Ulla hat alles super mit uns durchlaufen, so dass wir auch direkt ambulant gehen konnten. Das dies bei Luisa nicht so einfach wäre, war mir schon klar. Aber während der Geburt nur unbekannte Menschen, Achim ausgenommen, um mich zu haben war mir ein Graus. Daher an dieser Stelle noch mal ein aufrichtiges riesengroßes Dankeschön an Ulla!

Nun kam also der Tag der Geburt.

Mitten in der Nacht machte es auf einmal „plöpp“ – ich drehte mich nur kurz zu Achim um und sagte: „Meine Fruchtblase ist geplatzt, du musst Ulla und Mama (ist als Babysitter eingesprungen) anrufen!“ Eins, Zwei, Drei und Achim war auf den Beinen. „Und dann ging alles ganz schnell“, würde ich jetzt am liebsten sagen, aber mir kam es wie eine Ewigkeit vor. Aufgrund der Beckenendlage von Luisa durfte ich nur liegen und mich kaum bewegen. Meine Wehen setzten auf dem Weg ins Krankenhaus ein und wurden auch recht zügig heftiger, allerdings konnte ich sie überhaupt nicht richtig ausleben. Im liegen fühlte ich mich dazu nicht in der Lage, ich atmete sie also einfach still vor mich hin. Wir sind natürlich immer noch mit der Hoffnung eine Spontangeburt haben zu können, ins VP-Hospital gefahren. Doch nachdem Luisa eines ihrer Füßchen bereits gen Himmel strecken wollte, hieß es dann, alles fertig machen für den OP! Und so wurde Luisa am 23.5.2010 um 5:17 per Kaiserschnitt geboren.

„Auf diesem Planeten, der Erde heißt, seit Millionen von Jahren um die Sonne kreist, wird in jeder Sekunde, bei Tag und bei Nacht, ein kleiner Mensch zur Welt gebracht. Sieht er seine Eltern zum ersten Mal an, dann denken sie sich, was er noch nicht verstehen kann: Herzlich willkommen! Schön, dass du da bist! Wir haben uns schon so auf dich gefreut. Herzlich willkommen! Schön, dass du da bist! Wann gibt's schon mal einen Tag so wie heut! Herzlich willkommen! Schön, dass du da bist! Herzlich willkommen auf dieser Welt!“

Der Kaiserschnitt an sich hat mir nicht viel ausgemacht, das lag aber vor allem daran, dass ich mich im Vorfeld mit dieser Möglichkeit bereits angefreundet hatte und ich mich während der OP von allen Anwesenden sehr umsorgt gefühlt habe. Es fällt mir unwahrscheinlich schwer, die Geburten von Paula und Luisa zu vergleichen, denn sie sind einfach von Grund auf anders verlaufen, waren aber auf ihre jeweilige Art was ganz besonderes – nicht zuletzt durch die tolle Unterstützung unserer Hebamme. Es gibt jedoch eine wichtige Sache, die ich bei der Geburt von Luisa vermisst habe – das allererste in den Arm nehmen. Dieses Gefühl von purem Glück und Mamasein, das blieb bei Luisa leider aus. Und selbst nach fast 6 Monaten, macht mich dies immer noch traurig. Klar, ich hab sie direkt gehört und bei Achim auf dem Arm gesehen, aber ich hatte sie eben nicht direkt bei mir.

Als ich sie dann im Kreissaal, nach der OP, bei mir auf der Brust liegen hatte, da konnte ich dann auch endlich mein Mamaglück fassen und sie drücken und küssen und und und.

Mittlerweile hat sich bei uns alles eingespielt, wir schwimmen sozusagen im 4-köpfigen Familienglück und genießen es zu viert zusammen zu sein. Paula liebt ihre kleine Schwester schon seit ihrer ersten Begegnung und Luisa himmelt Paula an, bei allem was sie tut, macht, sagt und singt.

Es lässt mein Herz täglich höher hüpfen, wenn ich eine meiner beiden süßen Mäuse beim lachen zusehen kann! Und dies machen beide zum Glück sehr häufig! Als Resumée kann ich nur sagen, „ich bin eine absolut glückliche 2fach-Mama und würde meine beiden Schätze um nichts auf der Welt mehr hergeben“!

Viele Grüße und für alle werdenden Eltern alles Gute!

Denise, Achim, Paula und Luisa

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MELANIE UND PETER

Montags morgens spüre ich noch im Halbschlaf ein leichtes Ziehen. Die Schwangerschaft ist bisher völlig problemlos verlaufen, ich genieße den Mutterschutz in vollen Zügen und bin so auch zwei Tage nach dem errechneten Termin noch völlig entspannt und kein bisschen ungeduldig.

Dieses erste Ziehen ist nicht sonderlich „aufdringlich“, und so schlafe ich immer wieder ein. Gegen viertel nach sechs platzt die Fruchtblase (denke ich zumindest), und jetzt bin ich mit einem Schlag hellwach. Doch sonst merke ich eigentlich noch nichts besonders Außergewöhnliches, sodass ich eigentlich nicht sofort meine Hebamme anrufen will. Also dusche ich erst mal, ziehe mich an... dann – so finde ich – habe ich lange genug gewartet und greife ich zum Telefon. Ulla (die zum Glück schon wach ist) lässt sich erstmal eine genaue „Lagebeschreibung“ geben und freut sich mit mir, dass es offensichtlich endlich los geht (wenn auch langsam) und will später vorbeikommen.

Gegen neun ist sie dann da, wir trinken erstmal Tee, dann untersucht sie mich… und macht die enttäuschende Mitteilung, dass die Fruchtblase doch noch nicht geplatzt sei. Was im Klartext heißt, dass es heute oder auch erst in 1 oder 2 Tagen so weit ist.

Zur Kontrolle vereinbaren wir für kurz darauf einen Termin in ihrer Praxis zum CTG, und obwohl das nur knapp zwei Stunden später ist, spüre ich bis dahin schon deutlichere Wehen – spürbar, jedoch noch nicht wirklich schmerzhaft. Das CTG bestätigt dies, alles sieht gut aus, und (was mich dann doch erleichtert): es scheint doch heute „los zu gehen“. Langsam zwar, aber immerhin muss ich mich jetzt – wo die ersten Anzeichen da sind - nicht noch ein oder zwei Tage gedulden.

Ich fahre zunächst also wieder nach Hause mit dem Auftrag anzurufen, wenn die Wehen schlimmer werden. „Du merkst dann schon, wann es soweit ist…“, sagt Ulla. Na super, damit kann ich ja gar nichts anfangen, denke ich noch….

Doch eine Stunde später und wieder zu Hause weiß ich genau, was sie meinte. Meinen Plan, auf dem Sofa noch bisschen vor mich hin zu dösen kann ich komplett vergessen. Wehen im Liegen gehen gar nicht, und so schnell wie die immer da sind komme ich vom Sofa auch nicht hoch.

Also rufe ich zum zweiten Mal an diesem Tag meine Hebamme an, beschreibe so gut es geht Häufigkeit und Dauer … und kurz darauf steht Ulla wieder in der Tür. Jetzt geht es doch schneller voran als es ursprünglich aussah, und nach ein paar immer schmerzhafteren Wehen irgendwo zwischen Flur, Küche und Sofa verfrachten mich Ulla und mein Mann ins Auto Richtung Geburtshaus. Ich bin völlig mit mir selbst und meinen Wehen beschäftigt und entsprechend froh, dass jemand anders das Denken übernommen hat – dennoch nehme ich am Rande eine gewisse Eile wahr, und auf dem Weg zur Autobahn gibt Ulla ganz schön Gas…

Im Geburtshaus sind wir schon angekündigt, und ein Familienzimmer ist für uns vorbereitet. Das Geburtshaus ist im Gebäude des Krankenhauses untergebracht, auf der Etage der Entbindungsstation. Und als wir aus dem Aufzug steigen sehe ich in einer Leseecke eine andere (Hoch-)Schwangere sitzen, die noch ziemlich entspannt aussieht. So „vor Ort abwarten“ muss ich offensichtlich nicht, denke ich noch….

Das Zimmer ist gemütlich, etwas abgedunkelt, violette Farben dominieren, ein Bad ist integriert, und es könnte auch ein normales Hotelzimmer sein. Ulla und Anna (eine Hebammenschülerin, die ich gerne dabei haben wollte), verstauen unsere Taschen und Jacken im Schrank und holen noch ein paar Utensilien.

Ich bemerke jetzt kaum noch Pausen zwischen den Wehen – entweder sind da wirklich keine, oder ich nehme sie einfach nicht mehr richtig wahr. Jedenfalls bin ich kaum noch in der Lage, mich alleine auszuziehen. Also nimmt Anna das in die Hand. Ob ich mal in die Wanne will, fragt Anna. (Oder war es Ulla?) Ich will aber nirgendwo mehr hin, und kann – ehrlich gesagt – auch nicht mehr wirklich klar denken. Also entscheiden die Mädels für mich und geben mir klare „Anweisungen“ – genau das, was ich in dem Moment brauche.

In den nächsten beiden Stunden werden die Wehen noch heftiger. Zunächst nutze ich noch den Geburtshocker, dann nur noch das Hängeseil (bzw. –tuch). Ich gehe mit jeder Wehe in die Knie, und in den kurzen Momenten dazwischen hilft mir mein Mann (der übrigens die ganze Zeit hinter mir steht und mich stützt) wieder hoch, zum Durchatmen. Ulla sitzt gelassen vor mir und hat alles im Griff, Anna misst regelmäßig die Herztöne, ansonsten gibt es kein medizinisches Gerät.

Vor uns auf dem Boden liegt die Uhr von Ulla, es ist 14 Uhr nochwas. Durchschnittlich dauert eine „erste“ Entbindung 12-13 Stunden, hieß es im Geburtsvorbereitungskurs, und ich versuche grob zu überschlagen, wie lange ich noch durchhalten muss… ewig, denke ich.

Doch dann ändert sich irgendwas, das sind wohl die Presswehen. Ich gebe mir also richtig Mühe und presse kräftig mit. Denke ich. „Du lässt zu viel Druck nach oben raus, so kommt das Kind da nicht raus“, höre ich Ulla jedoch sagen…. Aha. Also oben Luft anhalten und nach unten pressen – ihre klare Anweisung ist genau das, was ich brauche, und plötzlich geht’s.

Nur gute zwei Stunden nach unserer Ankunft im Geburtshaus sind ganz plötzlich alle Schmerzen weg – und vor uns liegt ein winzig kleiner Mensch mit ganz großen Augen und bewegt sich. Wir können es gar nicht fassen. Zuerst trauen wir uns gar nicht, unsere Tochter auf den Arm zu nehmen und streicheln sie nur ganz vorsichtig mit einem Finger. „Nimm sie ruhig hoch“. Und endlich trenne ich mich in dem gut geheizten Zimmer von meinem dicken Wollpulli und nehme meine kleine Tochter vorsichtig auf den Arm.

Ulla und mein Mann helfen mir aufs Bett, und dann haben wir drei erstmal eine Stunde ganz für uns. Irgendwann kommt mit wenigen leichten Wehen noch die Nachgeburt und Ulla macht ein, zwei Untersuchungen, Anna und mein Mann baden unser Baby zum ersten Mal. Nachdem ich mit etwas zu Essen versorgt worden bin, schaffe ich es endlich (im dritten Anlauf) und in Zeitlupe auch zur Dusche. Danach bin ich erstmal wieder völlig fertig, und die beiden Mädels kramen in meiner Tasche nach meinen Klamotten, fangen langsam mit den „Aufräumarbeiten“ an und bringen mit Rosmarin und schwarzem Tee meinen Kreislauf wieder ein kleines bisschen in Schwung.

Gegen sieben Uhr abends verlassen wir das Geburtshaus – gemeinsam mit unserer Tochter, die in dicken Sachen und Wintersack im Maxicosi liegt. „Wenn sie ein bisschen nach Luft schnappt ist das normal“, gibt Ulla uns noch mit auf den Weg. Und „bis morgen, ich komme morgen früh gleich bei Euch vorbei“.

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SILKE UND ERIK

Ellas Geburt am 3.9.2011

Als wir wussten, dass wir Eltern werden, war uns klar, dass die Geburt bei uns Zuhause stattfinden soll, und so kamen wir zu Ulla.

Ulla übernahm während der Schwangerschaft auch alle Vorsorgen und ich ging nur zum Ultraschall zum Frauenarzt. Ich wollte, dass nicht nur der Mutterpass schnell ausgefüllt wird, sondern dass sich jemand Zeit nimmt und nicht auf technische Hilfsmittel ausweicht. Viel schöner fand ich es, dass unser Kind mit Ullas Händen begrüßt wurde. So lernten wir auch selbst auf besondere Art Kontakt zu unserem Kind aufzunehmen, durch die Haptonomie.

Acht Tage über errechneten Termin bekomme ich morgens leichte Kontraktionen und eine Zeichnungsblutung. Ich bin erleichtert, dass sich die Geburt nun langsam ankündigt. Über den Tag ändert sich nicht viel, abends gehen wir am Rhein spazieren und genießen einen der letzten Sonnentage.

Die Nacht schlafe ich wunderbar, schon lange hatte ich nicht mehr so gut geschlafen und vor allem durchgeschlafen. Morgens wache ich allerdings von regelmäßigen leichten Wehen auf. Ich bitte Erik nicht zur Arbeit zu gehen. Mir ist klar, dass es sich noch hinziehen kann, aber ich will, dass er bei mir ist.

Nach dem Frühstück befüllen wir den Pool, den wir von Ulla geliehen haben und ich gehe baden. Währenddessen schlafen die Kontraktionen leider wieder ein. Der Pool hat aber sehr gut getan, ich fühle mich fit. Gegen zehn telefoniere ich mit Ulla. Wir werden zum Ultraschall gehen, den wir vereinbart haben, um sicher zu gehen, dass wir noch weiter warten können,. Danach sollen wir uns melden, ob alles okay ist. Beim Ultraschall ist alles okay.

Die Kontraktionen sind weiter unregelmäßig und unangenehm. Wir gehen uns ablenken: spazieren im Wildwald und verbringen den Tag wieder in der Sonne. Zwischendurch telefonieren wir mit Ulla.

Abends spielt Deutschland gegen Österreich. Wir machen es uns gemütlich. Das Spiel läuft erst kurz, da merke ich eine Wehe, die sehr unangenehm ist. Fünf Minuten später noch eine. Ich hole mir den Pezziball. schnell sind die Wehen alle fünf Minuten und ich komme super zurecht. Erik holt zwei alkoholfreie Weizen und wir stoßen darauf an, dass es endlich losgeht. Schon während des Spiels wird es heftiger, aber ich kann die Wehen leise und gut veratmen. Schnell wird es jedoch so, dass ich tönen muss. Es geht also richtig los. Zwischen den Wehen beziehen wir das Bett und räumen das Schlafzimmer etwas auf, zünden Kerzen an und ich suche Musik raus. Mittlerweile kommt eine Wehe nach der anderen. Die Pausen sind vielleicht zwanzig Sekunden. Ich hänge mich in der Wehe an den Türrahmen. Irgendwann begreife ich, dass die Geburt im Gange ist und beginne zu weinen. Nicht, weil es schmerzhaft ist oder weil ich Angst habe, ich glaube, das Weinen hilft mir weiter los zu lassen. Mittlerweile ist es 23:00 Uhr. Wir besprechen, wann wir Ulla rufen. Ich möchte noch etwas warten. Eine halbe Stunde später mit Wehen, die kaum Pausen haben, entscheiden wir doch zu rufen. Ulla macht sich auf den Weg.

00:15: Ulla ist da. Ich mache mir Sorgen, dass es doch zu früh war, sie zu rufen, denn jetzt sind die Wehen „nur“ alle drei Minuten. Auch Alina kommt. Eine Hebammenschülerin, die gerade Externat hat.

Ulla untersucht mich und sagt, dass der Muttermund bei 2 cm ist. Ich bin enttäuscht, aber trotzdem zuversichtlich, dass es gut weitergeht. Nun kann ich mir auch nach Ullas Vorschlag vorstellen, in den Pool zu gehen. Ulla und Alina legen sich im Wohnzimmer etwas hin. Wir kommen gut alleine zurecht und das Wasser entspannt mich.

3:30: Ich frage, ob Ulla mich untersuchen kann. Die Wehen sind mittlerweile sehr stark. Ich kann mich aber gut fallen lassen und die Pausen nutzen, um Kraft für die nächste zu sammeln. Die Herztöne von unserem Kind sind immer gut und ich spüre, dass es unserem Kind gut geht. Der Muttermund ist nun weiter auf gegangen. Ich freue mich. Die Wehen bringen also etwas.

4:00 Ich bin mittlerweile sehr müde und lege mich ins Bett auf die Seite. Erik liegt neben mir und schlummert ein wenig. Ulla und Alina schicke ich ins Wohnzimmer zum Schlafen. Mir geht es gut und ich kann gerade gut alleine sein. Zwischen den Wehen döse ich teilweise ein. Erik wacht bei den Wehen halb auf und legt seine Hand auf mein Kreuzbein. Ich versuche ihm etwas vom Schmerz abzugeben, so wie wir es in der Haptonomie gelernt haben. Die Vorstellung hilft mir.

5:00 Die Zeit verfliegt. Ich schaue nicht oft auf die Uhr, bin aber jedesmal erstaunt, wie viel Zeit vergangen ist, wenn ich es doch mal tue. Es sind wieder alle wach. Jetzt ist es genau richtig, dass Ulla da ist. Ihre Ruhe hilft mir besser zu atmen und die Nackenmassage entspannt mich. Ich bin wieder die ganze Zeit im Pool.

6:20 Ich muss mich bewegen, anders ist der Schmerz für mich nicht mehr zu bewältigen. So langsam spüre ich starken Druck nach unten. Ulla möchte gerne untersuchen. Der Muttermund geht immer weiter auf. Die Fruchtblase steht noch. Ich habe weiterhin den Drang mich viel zu bewegen, wechsele meine Position ständig. In der Wehe baut sich ein Wahnsinns-Druck auf, dem ich nachgeben muss.

7:20 Ulla schaut nochmal nach, der Muttermund ist nun fast ganz auf, aber der Kopf mag noch nicht tiefer kommen. Ich möchte gerne in die Wanne, freue mich, dass die Geburt scheinbar gegen Ende geht. Die Wehen nehmen mich nun komplett ein. Ich fluche und wimmer, dass ich nicht mehr kann, obwohl ich weiß, dass das nicht stimmt. Trotzdem empfinde ich es als befreiend. Ulla und auch Erik atmen nun mit mir. Ich hatte immer gedacht, dass ich das ganz schrecklich während der Geburt finde. Aber das Gegenteil ist der Fall. Das gemeinsame Veratmen ist für mich nun genau das Richtige. Ich kann mich wieder fallen lassen.

8:00 Ich bleibe weiter in der Wanne. Die anderen drei frühstücken. Es riecht nach Kaffee, zum trinken und wohl für den Dammschutz. So gemütlich hatte ich mir eine Hausgeburt vorgestellt. Dass es draußen schon hell ist, merke ich erst jetzt.

8:30 Ich gehe wieder aus der Wanne, lege mich ins Bett. So müde wie ich bin, schlafe ich teilweise zwischen den Wehen tief und fest ein. Die Wehen werden so etwas schwächer und ich kann Kraft sammeln. Nach etwa einer halben Stunde ruft Ulla Ihre Kollegin. Ich bekomme das nicht mit. Sie sagt mir erst später, dass sie bald dazu kommen wird. Ulla schaut derweil nochmal nach. Der Muttermund ist immer noch nicht ganz auf und dein Köpfchen liegt nicht optimal. Ulla erklärt mir was los ist und in mir macht sich etwas Sorge breit, dass es mit der Hausgeburt doch nicht klappt.

10:00 Andrea ist da und auch sie möchte einmal nachschauen. Du hast dein Köpfchen gedreht, aber immer noch nicht optimal. Aber es geht dir sehr gut, deswegen versuchen wir alle, dir etwas zu helfen, den richtigen Weg zu finden. Ich merke auch, wie du dich bewegst und schöpfe Hoffnung, dass doch noch alles den richtigen Weg geht. Ich hänge mich an den Türrahmen ( Gott sei Dank gibt es Türrahmen!) und lasse mein Becken kreisen, zwischendurch gehe ich in die tiefe Hocke. Leider bringt die ganze Turnerei nichts.

Es ist mittlerweile fast elf, am Muttermund tut sich nichts mehr und du möchtest mit dem Köpfchen so bleiben. Ich ahne was nun kommt und höre dann auch, dass Andrea Bensberg erwähnt. Gemeinsam beratschlagen wir, ob es sinnvoll ist, wenn sie die Fruchtblase öffnen. Ulla und Andrea entscheiden sich aber dagegen. Eine PDA sei nun das sinnvollste, meint Ulla. Und ich weiß, dass sie recht hat. Zeit zum Weinen habe ich nicht, auch wenn mir sehr danach zumute ist. Ich bin tieftraurig, dass wir die Geburt hier abbrechen müssen. Meine Kliniktasche ist nur halbherzig gepackt, was mir in dem Moment aber ziemlich egal ist. Ulla und Erik holen schnell die Autos und Andrea und Alina kümmern sich um mich. Es ist ein komisches Gefühl, das Wasser aus dem Pool zu lassen, ohne dass wir die Geburt hier zuende bringen können.

Um 11:45 kommen wir in Bensberg an. Mir wird direkt ein Zugang gelegt und die Oberärztin kommt, um mir eine Pda zu legen. Auf einmal habe ich keine Angst mehr davor. Vorher war das mein persönlicher Albtraum. Ulla bleibt mit Alina im Hintergrund. Die Pda sitzt schnell. Ich rechne damit, untersucht zu werden, aber der Oberärztin ist wichtiger, dass ich esse und trinke. Also bekomme ich Ravioli und Apfelmus, auf das ich nun sogar Appetit habe. Jetzt merke ich erst, wie heiß es draußen ist. Es ist für mich in dem Moment unglaublich, wie sehr die PDA meinen Trancezustand der Geburt unterbricht.

Von nun an muss ich viel weinen. Vor allem, als Ulla und Alina sich verabschieden. Ich finde es schrecklich, dass wir die Geburt nicht gemeinsam zu Ende erleben können. Auch wenn ich weiß, dass wir alle müde und wir hier gut aufgehoben sind.

Du bewegst dich nun sehr viel und ich spreche dir gut zu, dass es einen besseren Weg gibt und wir das nun gemeinsam schaffen. Erik und ich sind nun erstmal alleine und reden über meine Angst vor einem Kaiserschnitt. Und wie wertvoll dieses Gespräch ist, zeigt sich dann auch später. Die Oberärztin ist je länger die Geburt voranschreitet nicht mehr glücklich und möchte sie am liebsten durch einen Kaiserschnitt beenden. Wir machen ihr immer wieder klar, dass wir das nicht möchten, solange nicht alles versucht wird und solange es dir gut geht.

Und um 16:04 wirst du per Saugglocke als Sternengucker geboren. Ganz anders, als wir uns das vorgestellt haben, aber trotzdem ein so unbeschreibliches Gefühl, es bis hierhin zusammen geschafft zu haben und dich endlich im Arm zu haben. Du schaust dich sofort um, bist ganz wachsam und wir sehen dir sofort an, dass du ein Mädchen bist. Und jetzt weinen wir vor Freude. Du fängst an zu suchen und fängst sofort an zu trinken. Diesen Weg findest du nicht schwer. Man lässt uns ganz viel Zeit für Bonding, es fühlt sich nun fast an wie zuhause.

Am nächsten Tag gehen wir schon nach Hause. Ich möchte in mein eigenes Bett und das Wochenbett ganz Zuhause verbringen. Ulla ist nun sofort wieder für uns da.

Ella wird nun in drei Wochen ein Jahr alt und trotzdem ist ihre Geburt noch immer sehr präsent. Obwohl Ella doch nicht wie geplant Zuhause geboren werden konnte, war es für uns genau der richtige Weg. Durch die lange Zeit, die die Geburt doch in unserer Wohnung stattgefunden hat, mit nur Vertrauenspersonen um uns herum und ganz viel Ruhe, sind wir mit sehr viel Selbstvertrauen in den Kreißsaal gegangen, obwohl meine größte Angst immer war, doch ins Krankenhaus zu müssen. Beim nächsten Kind werden wir nichts anders machen.

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DREI KUGELRUNDE GEBURTEN

Drei kugelrunde Geburten Also, bei uns war es so: Unser großer Sohn kam völlig unerwartet zu Hause zur Welt.

Das lag nicht am Tempo seiner Geburt, sondern an meinem und unserem spontanen Entschluss, die Geburt zuhause erleben zu wollen. Ausschlaggebend dafür war Hebamme Ullas beiläufiger Kommentar, der so in etwa lautete: „Das läuft so gut, wir können auch hier bleiben!“. In meinem Kopf und Herz hallte dieser Satz nach und nichts kam mir in dem Moment selbstverständlicher vor als in unserer Wohnung zu bleiben, und eben nicht wie geplant ins VPH nach Bensberg zu fahren. Es war eine erschöpfende, anstrengende erste Geburt, aber die Tatsache, dass wir zuhause waren und die gewohnte Atmosphäre unserer Wohnung nicht verlassen mussten, tröstete, beruhigte und stärkte mich in den schwachen und überfordernden Momenten. Zwischenzeitliche Zweifel, ob das so die richtige Entscheidung gewesen sei, wurden von Ullas kompetenten Anweisungen und Einschätzungen gestillt. Ich vertraute darauf, dass sie die Kontrolle und die Sicherheit der Situation ganz richtig einschätzen würde. Im Moment der Geburt unseres Sohns läuteten die Kirchenglocken, dann das erste zögerliche Anfassen, das ungläubige Staunen, der Stolz, die Erschöpfung, das Weichen aller Schmerzen und unbändige Freude aller im Raum – Tränen der Rührung und des Glücks über ein gesundes, kräftiges, wunderschönes Kind.

Wie anders kam es dann bei unserem zweiten Sohn:

Geplante Hausgeburt in wenigen Stunden, diesmal auch mit hypnotherapeutischer Vorbereitung, was mir sehr gut getan hat. Da gibt es vergleichsweise wenig zu erzählen. Ich war mit mir und den Wehen „in Trance“, entspannte in den Wehenpausen, nutze die Wehenkraft für effektives Vorankommen und gab mich gleichzeitig der Kraft des Geschehens hin. Irgendwann kam Ulla, dann auch noch die Andrea als zweite Hebamme. Eine leichte Geburt. Den Moment der Geburt auch noch ein zweites Mal erleben zu dürfen und auch das Empfangen eines zweiten gesunden, kräftigen und wiederum wunderschönen Kindes:Alles zusammen ein weiteres großes Geschenk. Auch der Moment als unser großer Sohn schlaftrunken das Geburtszimmer betrat und sofort sein doppeltes Kuscheltier an das Baby verschenkte, ist unvergesslich. Was für ein schöner Empfang durch den Bruder!

Und dann noch eine Variante: Unser dritter Sohn sollte natürlich auch zuhause in Köln geboren werden. Er hat sich als Geburtsort jedoch tatsächlich Bergisch Gladbach ausgesucht ...

Seine Geburt begann am Morgen meines Geburtstags! Mit allem hatte ich gerechnet, aber damit nicht und irgendwie fand ich es komisch, dass wir beide am gleichen Tag Geburtstag haben sollten. Zunächst deutete vieles darauf hin, dass es aber nun mal so sein sollte bis die Geburt irgendwann nicht mehr so gut weiterlief und die Herztöne unseres Sohns auffälliger wurden. Nach einigem Abwarten wurde die Geburt von den beiden Hebammen Ulla und Andrea (altbewährt, s.o.) in aller Ruhe und Bestimmtheit nach Bensberg verlegt oder wie es so schön heißt, die Hausgeburt abgebrochen. Mir war es zu dem Zeitpunkt völlig egal, wie und wo dieses Kind zur Welt kommen würde. Ich sehnte mich nur noch nach dem Ende der Geburtssituation, weil meine Kräfte langsam schwanden – inzwischen war es nämlich schon der Abend meines Geburtstags und aufgrund meiner Erfahrungen mit dem Gebären, war mir auch klar, dass irgendwas nicht so kugelrund lief wie erhofft! Mitten in der Nacht im VPH angekommen wurden wir gut und herzlich versorgt. Durch gekonnten Umgang mit der Situation durch alle Beteiligten und nach einer kurzen Pause wurde es mir ermöglicht, voller Stolz und Kraft unseren dritten, gesunden, kräftigen und selbstredend wunderschönen Sohn ohne weitere Eingriffe (eben „halt nur“ in Bensberg ...) zur Welt zu bringen – wir haben übrigens beide eigene Geburtstage!

Ulla und Andrea wichen nicht von unserer Seite und wenige Stunden später waren wir alle gemeinsam sehr erleichtert wieder zuhause, wo der dritte Kerl im Bunde bald von seinen Brüdern begrüßt wurde (... nachdem der mittlere sich bei unserer nächtlichen Ankunft mit dem neuen Baby erst mal übergeben hatte ... aber das ist eine andere Geschichte!).

Wir können uns einreihen in die Riege derer, die einfach nur dankbar sind für die Begleitung durch Schwangerschaften, Geburten und Wochenbetten durch die Hebammen von Kugelrund.

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