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Wir vier - das sind Hasmik, Andreas und die beiden Kinder Anna (geb. 28.08.2000) und Tristan (geb. 28.05.2002)
- haben uns sehr darüber gefreut, die Gelegenheit zu einem Erfahrungsbericht zum Thema Hausgeburt wahrnehmen zu können.

Wie ist es zur Hausgeburt von Tristan gekommen?

Eigentlich ganz unspektakulär. Bei unserer älteren Tochter Anna war von vorneherein klar, dass die Geburt in einem Krankenhaus stattfinden würde. Warum? Weil wir zwar am Rande von Alternativen gehört hatten, aber das Bedürfnis nach optimaler medizinischer Versorgung und Sicherheit den ernsthaften Gedanken an solche Alternativen unterdrückt
haben.
Die Geburt von Anna war dann auch erwartungsgemäß so, wie wir uns eine Geburt im Krankenhaus vorgestellt hatten.
Das überwältigende Erlebnis der Ankunft eines kleinen Wesens, das unsere Tochter ist, und dann eben die notwendige Umgebung in einem Krankenhaus, die "man notgedrungen in Kauf nehmen muss".

Als der Geburtstermin unseres zweiten Kindes Tristan näher rückte, mussten wir uns aus einem eher praktischen Grund verstärkt Gedanken über die Geburt machen. Wir sind und waren nämlich alleinerziehende Eltern. Wer sollte sich während der Geburt um Anna kümmern? Schließlich wollte ich als Vater natürlich auch die Geburt von Tristan erleben. Was nun?
In einem Geburtshaus hätten wir Anna mitnehmen können, aber die vielen Bedingungen, die uns dort aufgezeigt wurden, z. B. ausschließliche Betreuung durch die Gynäkologin des Geburtshauses, kamen für uns nicht in Betracht.

Hasmik hatte die rettende Idee: Wie wäre es mit einer Hausgeburt? Über das Hebammennetz wurde uns Ulla vermittelt und wir waren gleich von ihrer souveränen und unkomplizierten Art überzeugt. Die Gewissheit, im Notfall in die Klinik zu fahren, ließ keine Angst mehr aufkommen. In der Nacht zum 28.05.2002 war es dann soweit. Hasmik bekam heftige Wehen und bat mich darum, Ulla anzurufen. Nach kurzer Zeit war sie da - viel schneller, als wenn wir ins Krankenhaus gefahren wären -, und es "ging richtig los".

Andreas:
Für mich als Vater ein tolles Erlebnis, denn diesmal war ich richtig beteiligt. Ulla sagte mir genau, was ich tun sollte.
Deshalb hatte ich das Gefühl, einen aktiven Beitrag zur Geburt leisten zu können. Bei der Geburt von Anna kam ich mir eher vor wie ein im Weg stehendes Möbelstück. Die Geburt selbst verlief völlig komplikationslos. Durch die ruhige Art
von Ulla hatte ich zu keinem Zeitpunkt auch nur den kleinsten Anflug von Angst.

Hasmik:
Als die Wehen ziemlich schnell heftiger wurden, war ich heilfroh, nicht ins Krankenhaus fahren zu müssen, sondern mich einfach dort aufzuhalten, wo ich mich wohl fühlte. Wir hatten uns einen Raum im Haus als "Geburtszimmer" hergerichtet und ihn vorher entsprechend hergerichtet: Stimmungsvolles Licht, viel Liegefläche und viel Ruhe. Allein die Herrichtung des Zimmers hat so viel Spaß gemacht und dieser Raum weckt für mich immer die sentimentale Erinnerung, dass hier mein Sohn zur Welt kam. Die Geburt selbst habe ich - ganz im Gegenteil zum Krankenhaus - völlig angstfrei empfunden. Ich wusste ja, dass Ulla sich ausschließlich um mich kümmert. Sie gab mir Hilfestellung, wenn es nötig war,
z. B. wie ich atmen sollte, Massagen usw. Ansonsten habe ich keinerlei Hektik um mich herum bemerkt, nur die Hände von Andreas und die ruhige Stimme von Ulla. Eine vollkommen intime Atmosphäre, in der ich mich auch völlig entspannen konnte. Nach nur 4 Stunden steckte Tristan sein Köpfchen heraus. Die damit verbundenen „Laachen von Fruchtwasser und die Blut”, so hatte ich befürchtet,
habe ich gar nicht bemerkt, weil es sofort zusammengepackt wurde und ver-schwand. Ich musste mich nur auf die sauberen Laken schieben und mich mit meinem Baby auf dem Bauch beschäftigen.

- Ein tolles Erlebnis im Zusammenhang mit der Geburt von Tristan war das erste gemeinsame Frühstück zu viert. Um 8:30 Uhr kam Tristan auf die Welt und um 9:20 Uhr wachte Anna auf und war sehr überrascht, als wir bereits am Frühstückstisch sitzend, Ihren kleinen Bruder präsentierten.

Für uns war die Hausgeburt ein phantastisches Erlebnis und wir würden es auf jeden Fall wieder so machen.










Hier also unser Erlebensbericht.

Vorweg schicken wir unsere "Rollenbesetzung"

In den Hauptrollen:
Benjamin, heute 11 Monate alt
Ilona (Mutter)
Ulrich (Vater)
Miriam (heute acht Jahre alt)

Eine Hausgeburt zogen wir für die Geburt unseres zweiten Kindes - Benjamin - in nähere Erwägung, da Ilona sich als Miriams Geburt anstand, fragte, "Was soll ich jetzt im Krankenhaus? Ich bin doch nicht krank!"

Als die Wehen damals losgingen, kam es ihr absurd und überflüssig vor, für den Geburtsvorgang in ein Krankenhaus zu müssen, aber leider hatten wir keine Hebamme, die eine Hausgeburt durchgeführt hätte.

Dies sollte sich bei der zweiten Geburt ändern, sie wollte sich die Möglichkeit, zu Hause zu entbinden offen halten und wurde durch das Hebammen-Netzwerk an Ulla verwiesen.
Die letztliche Entscheidung, ob Hausgeburt oder nicht, wollte sie treffen, wenn es so weit wäre. Sie hatte von einer Freundin und deren Hebamme gehört, dass Frauen unmittelbar vor der Geburt ein gutes Gefühl dafür haben, ob eine Hausgeburt angesagt ist oder nicht. Ulrich stand einer Hausgeburt anfangs eher skeptisch gegenüber. „Ist das sicher genug? Was ist wenn etwas schief geht?” waren seine Befürchtungen. Von Ulla wurden wir dann zu einem Info-Abend eingeladen, an dem Paare von ihren Hausgeburts-Erfahrungen berichteten, Gelegenheit bestand, Fragen zu stellen und detaillierte Informationen über den Ablauf einer Hausgeburt zu erhalten. Besonders beeindruckt war Ilona davon, dass dort einige Frauen berichteten, sie haben sich nach einer sehr negativen Krankenhaus-Geburt bei der nächsten Geburt für eine Hausgeburt entschieden. Logisch erschien ihr das nicht. Woher
ahmen die Frauen die Sicherheit, dass es zu Hause besser laufen würde. Außerdem wurde ihr an diesem Abend noch einmal klar, wie viel Glück sie bei der ersten Krankenhaus-Geburt gehabt hatte und was alles schief laufen konnte.












Eine Hausgeburt ist immer eine individuelle Entscheidung. Auf Grund des Vertrauens zur
Hebamme in privaten Räumlichkeiten, die nicht an "Ärztezimmer" erinnerten, konnte ein eigenes Gefühl und Empfinden auf
den eigenen Körper und das ungeborene Baby entstehen.

Dies habe ich als große Stärke empfunden, ich wollte auf meine eigene Stimme hören und mich nicht von Geräten, der
Fahrt ins Krankenhaus und evtl. wechselnde Personen ablenken lassen.

Unsere 4 Hausgeburten haben wir alle intensiv, unterschiedlich und vor allem als ein sehr natürliches Ereignis empfunden.

Judith& Moritz











Erfahrungsbericht Hausgeburt:
Unsere erste Tochter kam im Geburtshaus Nippes zur Welt. Es war ein sehr schönes Erlebnis. Als ich zum zweiten mal schwanger
war, stand für uns schnell der Wunsch nach einer Hausgeburt fest. Wir glauben, dass die Geburt eines Kindes ein natürlicher
Vorgang ist, der normalerweise nicht in einem Krankenhaus stattfinden muss. Eine Atmosphäre in der man sich wohlfühlt, sich
fallen lassen kann und eine Hebamme, der man vertraut, sind unserer Meinung nach die wichtigsten Voraussetzungen für ein
positives Geburtserlebnis.

Und so wurde unsere zweite Tochter nach nur vier Stunden, bei Kerzenlicht in unserem Bett geboren. Es war für und alle ein wunderschönes Erlebnis, das wir nie vergessen werden. Nun bin ich wieder schwanger und wir hoffen auch dieses Mal eine
Hausgeburt erleben zu dürfen.

Steffi und Mikkel














Das größte Geschenk meines Lebens Nachdem meine Gynäkologin das Ergebnis des Schwangerschaftstests bestätigt hatte, ging eine Menge los. Ich hatte gleich das Gefühl ein Mädchen-Baby in mir zu fühlen. Jetzt kann ich sagen, dass sich das bestätigt hat. Meine und unsere Emma Katharina ist ein wunderbares Mädchen.

Zuerst besuchte ich nur regelmäßig die Frauenärztin, fand aber schon bald heraus, dass ich zusätzlich von einer Hebamme betreut werden wollte. Ich hatte keine Ahnung, dass man sich seine Wunschhebamme schon suchen musste, wenn man nur plante Kinder zu bekommen. Die nettesten sind eben sehr gefragt. Auf einem Geburtstag bei guten Freunden lernte ich Andrea Fleißgarten kennen. Sie bot mir an, uns zu betreuen. Ich lehnte dankend ab, da ich eigene Vorstellungen hatte. Ich wollte zunächst mit der Hebamme meiner Gynäkologin in Kontakt kommen, mit der es einen Termin gab. Was brauchte ich also ein solches Angebot? Die Partnerin meiner Praxis stellte sich als mir unsymphatisch heraus. Auf keinen Fall wollte ich meine Schwangerschaft in ihren Händen erleben. Doch die Ärztin fand das unpassend. Sagte ich müsse doppelte Kontrollen machen, wenn ich eine eigene Hebamme wähle. Sie wollte an mir verdienen.
Ich nahm das bereits ausgesprochene Angebot von Andrea Fleißgarten .an. Mit ihr hätte ich alle Möglichkeiten: Hausgeburt, Geburtshaus im VPH, Kreissaal im VPH. So schloss sich doch der Kreis und ich nahm das bereits ausgesprochene Angebot der Betreuung an.

Mit der Hebamme verband ich auch einen Arztwechsel. Für mich die richtige Entscheidung.

Die Zeit der Schwangerschaft zu beschreiben würde etwas zu weit führen. Alles in Allem war es eine sehr schöne und innige Zeit. Ein großer Schritt war die Wendung des Kindes, das sich leider lange in Beckenendlage befand. Mit einer Osteopathin hatte ich zuvor Haptonomie erlebt, mit Andrea Moxibution, doch Emma ließ sich nicht drehen. Erst im Krankenhaus glückte im zweiten Anlauf die Wendung, deren Risiken und Nebenwirkungen ich mir nicht zu intensiv bewußt gemacht hatte. Das Krankenhaus ermöglichte mir, dass Andrea mich begleitete und gemeinsam mit meinem Partner "übten" wir so für die Geburt. Mein gutes Gefühl bestätigte sich und Emma blieb danach in Schädellage. So konnten wir auf eine spontane Geburt vertrauen.

Als es dann losging war alles entspannt. Ich war vier Tage über dem errechneten Datum. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, diesen "Termin erreicht" zu haben. Mehrfach hatte ich Sorge es könnte etwas passieren und das Kind zu früh zur Welt kommen. Die gewaltigen Gefühle der Schwangerschaft und die Gedanken an das Kind warfen mich immer wieder um. All das ist so groß, dass man es nicht richtig in Worte fassen kann. Ich war des brütens und schwergewichtigen tragens müde. Nach 40 Wochen und 17,2 kg fiel mir doch Einiges schwer. Und ich wollte mein Baby endlich kennen lernen.
Am Wochenende arbeitete ich erschöpfend. Räumte stundenlang gespaltenes Holz in unser Lager und wir waren lange spazieren. Am Sonntag folgten sechs Stunden Randale in meinem Leib. Das Baby tobte wild durch meinen Bauch.

Montags morgens war ein Riss in der Fruchtblase. Eineinhalb Stunden beobachtete ich alles, dann rief ich Andrea an, anschließend Markus an. Es schien, als wollte mein Baby auf die Welt kommen. Ich wünschte ihm eine gute Reise und fühlte, dass ich es erwartete. Ich freute mich, sie bald in die Arme schließen und fühlen zu können. Sie als neue Sonne auf der Welt zu begrüßen, zu riechen, küssen, sehen...

Andrea kam nach Frühstück und Dusche. Mittels eines Teststreifens bestätigte sie eindeutig meine Vermutung. Wir besprachen das weitere Vorgehen. Im Verlauf der Schwangerschaft hatte ich mich für eine Entbindung im Geburtshaus entschieden. So fuhr ich dann am Mittag mit Markus ins Geburtshaus. Wie gesagt, ganz in Ruhe. Ich hatte mir alles ganz anders und viel hektischer vorgestellt. Es war schön wie es war.

Andrea hatte organisiert, dass wir gleich ein Familienzimmer beziehen konnten. Ich musste zum CTG, Blutabnahme, Fiebermessen. Verwirrend war für mich, dass ich keine Wehen hatte und Andrea sagte, dass es noch bis zu fünf Tage dauernd konnte, bis das Baby zur Welt kommen würde. Um auszuschließen dass sich eine Infektion entwickelte musste ich abends erneut zum CTG, regelmäßig Fieber messen und wurde häufig nach meinem Wohlbefinden gefragt.

Später schliefen wir ein. Ich allerdings nicht so recht, denn um 22:12 Uhr setzten Wehen ein. Ich beobachtete alles, weckte drei Stunden später Markus, der mich massierte und teilnahm. Dann riefen wir Andrea an. Sie wollte hören wie ich eine Wehe veratme. Dabei wusste sie, dass diese Wehen zur Geburt führten. Dieses Phänomen hatte sie mir schon zuvor erläutert. In ihr bilde sich ein Gefühl und sie wisse, ob es falscher Alarm oder Geburtsbeginn sei.

Kurze Zeit später kam sie zu uns. Um produktiv zu arbeiten empfahl mir meine Hebamme ein Bad. In der riesigen Wanne hielt ich mich mehr als zwei Stunden auf. Mein Partner kämpfte zu diesem Zeitpunkt noch gegen den Schlaf. Andrea legte sich in unserem Zimmer auf den Boden, um noch ein wenig Schlaf zu bekommen. Im warmen Bad mit Wehen förderndem Badezusatz war meine Lage erträglicher aber dennoch anstrengend. Ich fühlte mich immer wieder kraft- und hilflos. Mir ging eine Menge Zeug durch den Kopf. Gegen vier Uhr morgens verließ ich die Wanne und hatte zu diesem Zeitpunkt nicht das Gefühl, dass die Geburt bevorstand. Die Wehen waren stark, häufig und schmerzhaft. Aber meiner Meinung nach veränderten sie weder meinen körperlichen Zustand noch die Lage des Kindes.

Zunehmend wurden die Wehen produktiver. Herztöne kontrollierte Andrea über CTG, die Öffnung des Muttermundes wurde gefördert und das Ziel war, den Muttermund etwa 10cm geöffnet zu erarbeiten. Homöopathische Mittel unterstützten den Gebärprozess. Markus konnte immer aktiver mitarbeiten. Andrea baute den Raum immer weiter um und breitete nun auch auf dem Boden viel aus, hängte das Seil auf, stellte den Gebärhocker bereit, schrieb CTG und machte Fotos. Alles auf einmal und doch in Ruhe. Als die Presswehen einsetzten unterstützten Andrea und Markus mich sehr stark.

Zwischen Vierfüßlerstand, Gebärhocker und tiefer Hocke variierten wir immer wieder. Unsägliche Schmerzen, ein unglaublicher Druck. Ich hatte immer wieder das Gefühl das Kind könne nicht aus mir heraus oder stecke fest. Ich presste immer weiter und nutzte jede Wehe intensiv, um mein Baby auf die Welt zu bringen. Die letzte Wehe drückte den Körper endgültig aus mir heraus. Um 7:42 Uhr.

Und dann sah ich den Körper meines Kindes und alles erschien so unwirklich. Wir weinten und waren erschöpft. Nach einer Weile schnitt Markus die Nabelschnur durch und wir konnten Emma auf den Arm nehmen. Das ging zuvor nicht, da die Nabelschnur sehr kurz war. Dann hatten wir Emma im Arm. Die Nachgeburt folgte schnell. Alles vorbei und alles begonnen. Herzlich willkommen Emma Katharina!

Mein Mädchen ist auf der Welt, unser Mädchen lebt ab sofort ihr eigenes Leben.

Es ist ein Wunder, was der Körper leistet. Und ein Wunder ist auch, dass schon kurz nach der Geburt das Anlegen an die Brust funktionierte. Ich hatte mir sehr gewünscht, stillen zu können.

Insgesamt blieben wir vier Tage im Familienzimmer und für mich war es die beste Begleitung der Geburt. Das Familienzimmer roch sehr intensiv und konzentriert nach uns, nach Emma, Geburt, nach Neugeborenem. Als wir auszogen lüftete ich beide Fensterflügel, um den Duft in die Welt fliegen und sich ausbreiten zu lassen.

Emma Katharina, 3590 g, 52 cm, ist am 12. Februar 2008 um 7:42 Uhr mit den ersten Sonnenstrahlen zu uns gekommen. Die glücklichen Eltern.


Markus und Andrea








 

Mein Geburtsbericht - oder das Wunder wie die kleine Paula auf die Welt kam

Die Geburt, Paulas Geburt - gar nicht so einfach zu beschreiben oder die passenden Worte zu finden, die das ausdrücken können was ich tatsächlich erlebt habe in diesen ungefähr 7Stunden.
Neun Monate lang konnte ich mich ja schließlich auf die Geburt vorbereiten, da würde man doch denken, dass ein Bericht über 7 Stunden Geburt einem ganz einfach von der Hand geht. Tatsache ist jedoch, dass keine Zeit der Welt einen auf diesen einzigartigen Moment vorbereiten kann. "Für was geh ich denn dann zu einem Vorbereitungskurs, warum lese ich in den verschiedensten Bücher, wenn ich am Ende dann doch ins kalte Wasser geworfen werde und womöglich ganz allein dastehe und überfordert bin?", fragt sich jetzt vielleicht die ein oder andere. Aber das mein ich damit gar nicht. All diese Dinge, die ich im Vorfeld gemacht, gelesen, gehört oder gesehen habe, haben mir geholfen mit einem guten Gefühl an die Geburt zu denken und keine Angst davor zu haben. Aber als es dann auf einmal soweit war, da waren alle Gedanken die ich mir im Vorfeld gemacht habe einfach weg, nur noch das Gefühl war da. Das Gefühl im Rücken welches mich die gesamte Zeit begleitet hat. Und so ging es dann schließlich los:

Mein Mann Achim und ich, saßen gemütlich auf dem Sofa und haben etwas fern gesehen. Ich spürte so ein leichtes Ziehen im Rücken, dachte da aber noch ich hätte mich vielleicht verlegen oder säße in einer ungemütlichen Position. Als dieser leichte Schmerz im Rücken immer mal wieder kam und ging, begannen wir zu ahnen, dass es sich um Wehen handeln könnte und beschlossen am nächsten Morgen unsere Hebamme anzurufen, um mit ihr zu besprechen wie es denn jetzt weitergehen soll. Wir gingen schließlich zu Bett und während ich in der nächsten Stunde vergebens versuchte eine geeignete Schlafposition zu finden, übernahm Achim die Aufgabe heraus zu finden wie oft, wie stark und in welchen Abständen die Wehen auftreten. Nach meiner Empfindung kamen diese Wehen in so kurzen Abständen, dass ich schon fast keine Zeit mehr hatte um Luft zu holen. Tatsächlich gab es aber immer noch kleine Pausen zwischen den Wehen, besagt zumindest der Zettel auf dem Achim alles im Zeitraum zwischen 22:30 und 23:30 notiert hat.
Die zweite Etappe begann, als wir beschlossen Ulla, unsere Hebamme, anzurufen. Diese Aufgabe übernahm Achim wieder, da ich damit beschäftigt war einen Kreis in unseren Wohnzimmerteppich zu brennen. Ich konnte nur noch links oder rechts herum auf unserem Teppich Kreise ziehen, die lediglich davon unterbrochen wurden, dass ich mir fast atemanhaltend abwechselnd meinen Bauch und meinen Rücken hielt. Noch eine halbe Stunde verging und Ulla stand vor unserer Tür - meine Rettung, denn jetzt fühlte ich mich sicher, da ich wusste ich habe jemanden an meiner Seite der weiß was bei mir los ist, was gerade mit mir passiert, und der solange bei mir bleibt bis alles vorbei ist. Mein Mann war natürlich auch die ganze Zeit bei mir und eine ungeheuer große Stütze ohne den ich dieses Ereignis bestimmt nicht so gut gemeistert hätte. Aber es ist dennoch etwas anderes jemanden an seiner Seite zu wissen der sich einfach auskennt.
Zu diesem Zeitpunkt war mein Muttermund bereits 4cm geöffnet. "Großartig! Das ist wirklich super!" hörte ich Ulla nur sagen. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich damit allerdings nur sehr wenig anfangen. Mir sauste direkt die Frage durch den Kopf "und, wie lange dauert es jetzt noch?"

Ich denke wir alle, Achim, Ulla, Anna (eine Hebammenschülerin) und ich verbrachten noch ungefähr eine Stunde und 30 Minuten bei uns, als wir uns dann schließlich auf Drängen von Achim auf den Weg ins Geburtshaus des Vinzenz Palotti Hospital nach Bensberg machten. Ich muss ganz ehrlich zugeben, den Weg von uns zu Hause bis ins Geburtshaus haben ich nur noch in eine Art Trance Zustand mitbekommen, da meine Wehen mich bereits voll und ganz eingenommen hatten.
Wir waren kaum im Geburtshaus angekommen, es war mittlerweile ca. zwei Uhr, da saß ich auch schon in der Geburtswanne und Achim direkt daneben. Er übernahm als fürsorglicher Ehemann die durchaus auch mühsame Aufgabe mir den Rücken zu massieren und, da die Wehen in so kurzen Abständen kamen das ich Mühe hatte das Ende der einen und den Beginn der nächsten zu erkennen, kam auch Achim aus dem Massieren kaum noch raus. Er schaffte es dennoch zwischendurch irgendwie eine Banane zu essen, die er, wie er mir später berichtete, dringend brauchte, da ihm kurzzeitig etwas übel geworden sei.

Bei mir lief alles super, mein Muttermund öffnete sich immer weiter, gegen drei Uhr war er bereits bei 7- 8cm und so verging nur noch eine knappe Stunde und ich durfte anfangen in den Wehen mitzupressen. Das war eine Wohltat, denn endlich konnte auch ich etwas machen. Vorher gab es ja nur die Wehen auf die ich wartete, die ich dann kommen spürte, aushielt und froh war wenn wieder eine überstanden war. Aber jetzt war der Zeitpunkt gekommen der mich Wehe für Wehe, Stück für Stück der Geburt meiner Tochter näher brachte. Dem Augenblick näher brachte, dem ich in den vergangenen neun Monaten, vor allem aber in den letzten Wochen der Schwangerschaft, entgegen fieberte.
Ich hatte in der Zwischenzeit die Geburtswanne verlassen und auf einem Gebärhocker platz genommen. Achim hielt, weiterhin sehr tapfer und unterstützend, nun seine Arme um mich und ich hielt und drückte seine Hände von Wehe zu Wehe mit mehr Kraft. Und dann war es soweit!
Jeden Moment würde ich meine Tochter zum aller ersten Mal sehen, hören und spüren können. Ich würde sie in den Armen halten können. Aber auch wenn es bis zu diesem Moment nur noch 55 Minuten dauern sollte, mir kamen diese letzten Minuten wie eine Ewigkeit vor. Der Kopf kam sehr langsam, nach meinem Gefühl nur millimeterweise, hervor. Ulla und Anna konnten ihn bereits sehen, ich durfte ihn erfühlen! Ein Kopf kommt zur Welt!

Mit letzter Kraft presste ich weiter und dann um 4:52 war er geboren - der Kopf war da! Eine oder zwei Wehen (ich kann mich nicht mehr erinnern) und zwei Minuten später war dann auch die kleine Paula da! Ein winziges Wesen, das aus Leibeskräften schrie, lag nun vor mir. Unglaublich, dieses kleine Mädchen war neun Monate lang in meinem Bauch zu hause gewesen und nun war sie geboren, ein winziger Mensch in dieser riesigen Welt. Ich nahm sie in meine Arme und hielt sie ganz fest. Das war der bisher eindrucksvollste, unfassbarste und wunderbarste Moment in meinem Leben. Die Geburt unsere Tochter!
"Als du geboren wurdest, hörte die Erde für einen kurzen Moment auf sich zu drehen, der Mond hielt den Atem an und ein neuer Stern erschien am Himmel."

Zu diesem Zeitpunkt waren erst mal alle Schmerzen und Empfindungen der Geburt wie weggeblasen, nur noch das unbeschreibliche Gefühl für diesen kleinen Menschen war da - Mutterglück vielleicht - ich finde kein passenderes Wort.

Heute, fünf Wochen nach der Geburt, hat sich an diesem Gefühl und der Erinnerung an die Geburt nicht viel geändert. Ich weiß, das ich Schmerzen hatte, das ich mir in so manchen Momenten gewünscht hätte alles möge jetzt sofort aufhören, aber dieser kurze Augenblick, als ich zum aller ersten Mal meine kleine Tochter in den Armen hielt, lässt so manches vergessen und als lohneswert erscheinen. Wenn mich meine Tochter heute mit ihren großen Augen anschaut, mich bereits ab und zu anlächelt und in meinen Armen einschläft, dann weiß ich, worauf ich mich die neun Monate Schwangerschaft und diese sieben Stunden Geburt gefreut habe!
Denn "Es gibt nichts ergreifenderes im Leben, als einem kleinen Menschen das erste mal die Hand zu reichen und zu spüren, dass wir seine Wurzeln im Baum des Lebens sind, die ihm Halt und Geborgenheit geben."

Ich wünsche allen werdenden Müttern und Vätern ein ebenso gutes Geburtserlebnis wie ich es, dank der großartigen Unterstützung meiner Hebamme, der wohltuenden Atmosphäre des Geburtshauses und dem Halt meines Mannes, hatte.

Denise& Achim










(Haus-) Geburt. Ein gewaltiges Naturereignis

von Melanie B.

Es war Freitag. Ich war schon eine Woche über dem errechneten Geburtstermin, als wir spontan entschieden zur Familienaufstellung nach Frankfurt zu fahren. (Wir wohnen in Köln.) Irgendwie war klar, dass unser Kind erst kommen wird, wenn wir bzw. ich etwas bei der Familienaufstellung geklärt hatte. So war es dann auch. Sonntagmorgens um ca. 10.00 Uhr hatte ich meine Aufstellung und die Geburt begann unmittelbar. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich das aber noch nicht, weil ich dachte, dass dieses Ziehen, welches in sehr großen Abständen kam, vom vielen Sitzen sei.
Als Erik und ich abends nach Hause kamen, hatte ich schon mehr und mehr den Eindruck, dass die Wehen begonnen hatten. Also machte ich gegen 21.00 Uhr den Badewannentest. Und siehe da...die Wehen blieben. "Dann schlafe ich wohl besser noch etwas.", dachte ich so bei mir. Doch daraus wurde nichts mehr. Das Ziehen war zwar nicht sehr stark, aber zu stark, um noch schlafen zu können. Also standen Erik und ich gegen 23.00 Uhr wieder auf und trafen letzte Vorbereitungen für die geplante Hausgeburt mit unserer Hebamme Ulla Cremer. Dabei fegten wir wie aufgescheuchte Hühner durch die Wohnung. Naja...Ist ja auch unser erstes Kind. Erik meint, ich sei wir ein aufgescheuchtes Huhn rumgerannt, aber ich bleibe bei "wir. Eine Gegendarstellung folgt evtl. noch:o)

Ich kann nicht mehr genau sagen, ab wann ich wieder in der Badewanne saß, Erik neben mir auf einem Stuhl. Jedenfalls hatte ich ab ca. 02.00 Uhr (Montagmorgen Wehen im Abstand von ca. 3 Minuten, die ich gut wegatmen konnte. Wir fühlten uns beide recht sicher und gut, sodass wir Ulla erst um ungefähr 05.00 Uhr anriefen, damit sie zu uns kommt. Als sie da war und mich untersuchte, hatte ich das Gefühl schon ganz gut gearbeitet zu haben. Doch der Muttermund war "nur" zwei cm geöffnet.

Irgendwann wollte ich aus der Wanne raus. Ich musste mich mal bewegen. Laut Geburtsbericht war ich um 7.45 Uhr am Seil, das wir extra aufgehängt hatten, zugange. Aber das Stehen war nicht so das Richtige, also legte ich mich ins Bett. Während der ganzen Zeit halfen mir Erik und Ulla sehr viel. Ihr Mitatmen war ganz wichtig für mich. So konnte ich auch gut mit meiner Atmung fortfahren.

Wenn ich vorher die Hausgeburt vor meinem inneren Auge gesehen hatte, war es draußen dunkel. Irgendwann dachte ich bei mir: "Na, das wird wohl eher nichts mit dem `draußen-dunkel`. Da habe ich mich wohl vertan."

Mittags saß ich dann wieder in der Wanne (laut Geburtsbericht 13.15 Uhr). Zu diesem Zeitpunkt war ich schon sehr erschöpft und demotiviert, denn es ging nur sehr langsam vorwärts. Um 14.15 Uhr war der Muttermund dann 5 cm geöffnet. Lange habe ich es nicht in der Wanne ausgehalten und mich wieder ins Bett gelegt. Erik brauchte auch mal eine Pause und ging für eine Stunde schlafen.

Dann kam plötzlich Bewegung rein: 16.00 Uhr 6 cm. 17.30 Uhr 8 cm. Mittlerweile saß ich auf einem Medizinball, Erik hinter mir auf einem Stuhl. Ich konnte mich anlehnen und zusammen atmeten wir uns durch jede Wehe. Irgendwie passierte nun alles eher wie im Fluss. Die Wehen kamen und gingen und in den Pausen ruhte ich mich einfach nur aus. Ich bin Ulla sehr dankbar, dass sie mir die Stellung auf dem Ball vorgeschlagen und gezeigt hat, denn im Liegen war es kaum auszuhalten.

Um 19.50 Uhr war der Muttermund dann vollständig geöffnet. Ich setzte mich auf den Hocker, gestützt von Eriks Beinen und durfte erste Pressversuche machen.

Um 20.55 Uhr gebar ich unser Kind. Dass in der Zwischenzeit eine Stunde vergangen war, habe ich nicht bemerkt. Für mich fühlte es sich eher an wie 10 Minuten. Zwischendurch motivierte mich Ulla mit dem Finger mal den Kopf zu fühlen. Das war toll! Als Ulla dann sagte: "Noch zwei Wehen. Dann hast Du Dein Kind.", konnte ich es kaum glauben. Alles ging ganz schnell. Erst fühlte ich wie das Köpfchen austrat und gleich darauf der Körper. Da lag unser Kind vor uns und ich konnte gar nicht anders, als es gleich in meine Arme zu schließen. Wie gebannt bewunderte ich unser Kind. Nichts zählte mehr. Nur noch dieses Wunder in meinen Armen. Erik saß noch hinter mir und staunte mit. Dann fragte er was es eigentlich sei, ein Junge oder ein Mädchen? Wir wussten es nicht und schauten nach. Ein Mädchen. Unsere kleine Yara-Helene war endlich da! Als die Nabenschnur auspulsiert war, durfte Erik sie durchschneiden.

Die ganze Zeit machte die Hebamme Andrea Fleißgarten, die um ca. 20.00 Uhr hinzugekommen war, Fotos. Davon bekamen wir fast gar nichts mit, weil wir so verzaubert waren. Aber wir sind Andrea sehr dankbar dafür! Es sind einzigartige, wundervolle Bilder, die uns immer wieder zu Tränen rühren.

Ach ja. Bevor ich es vergesse: Als unsere Tochter geboren wurde....war es draußen dunkel.